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Haushaltsentwurf 2027: Es darf keine Kürzungen bei lebenswichtiger Hilfe geben

Berlin (ots)

Der Kabinettsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht ein weiteres Jahr in Folge Kürzungen bei humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit vor. Gerade jetzt, wo Krisen und Notlagen weltweit zunehmen, greifen die vorgesehenen Mittel spürbar zu kurz, warnt Save the Children. Denn die Einschnitte stehen im klaren Widerspruch zum massiv steigenden Bedarf: Derzeit sind rund 239 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Unterstützung angewiesen, doch aufgrund fehlender Mittel kann weniger als die Hälfte von ihnen erreicht werden.

Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland sagt:

"Humanitäre Krisen nehmen weltweit zu - und Kinder leiden besonders unter den Folgen. Sie brauchen dringend Lebensmittel, Trinkwasser und Gesundheitsversorgung, ein sicheres Zuhause und Bildung. Mit weiteren Kürzungen würden zahlreiche Kinder im Stich gelassen. In vielen Ländern habe ich gesehen, wie groß der Bedarf an Unterstützung ist - und was Hilfe bewirken kann. In Somalia habe ich Mütter getroffen, die wieder Hoffnung geschöpft haben, weil ihre mangelernährten Babys an Gewicht zunahmen. In der Ukraine haben mir Kinder erzählt, wie froh sie sind, mitten im Krieg an einem sicheren Ort spielen und lernen zu können.

Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit retten Leben und schaffen langfristige Perspektiven. Kürzungen verschärfen die Not und sind kurzsichtig. Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo zeigt, wie schnell sich ein tödliches Virus ausbreitet, wenn inmitten eines Konfliktgebietes Gesundheitsprogramme eingestellt werden. Jetzt geht es darum, Leben zu retten und das Virus zu stoppen. Aber zugleich muss jetzt alles getan werden, um solche Katastrophen gar nicht erst entstehen zu lassen. Wir brauchen mehr Investitionen in eine längerfristige Stärkung von Gesundheitssystemen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.

Mittel für Prävention, Gesundheit und Bildung sind die beste Zukunftsinvestition. Wenn Kinder gesund aufwachsen und zur Schule gehen, haben sie die Chance, ihr Leben einmal selbst in die Hand zu nehmen. Als eine der größten Volkswirtschaften der Welt sollte Deutschland sich für mehr internationales Engagement einsetzen, anstatt sich einer rückwärtsgewandten Rotstift-Politik anzuschließen. Statt Kürzungen braucht es gezielte Investitionen in eine gerechtere und sichere Welt - damit kein Kind zurückgelassen wird. Save the Children appelliert an den Bundestag, den Haushaltsentwurf im parlamentarischen Verfahren deutlich nachzubessern und die Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit bedarfsgerecht aufzustocken."

Wie Hilfe wirkt, zeigen diese Beispiele aus der Arbeit von Save the Children:

  • In Rakka im Nordosten Syriens stärken wir mit Unterstützung des BMZ die Resilienz, den Schutz und die Zukunftsperspektiven von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die von Konflikten und Vertreibung betroffen sind. Zwischen 2021 bis zum Ende des Projekts im September 2026 werden unter anderem 740 Jugendliche und junge Erwachsene Zugang zu beruflicher Bildung, Grundkenntnissen in Lesen, Schreiben und Rechnen, unternehmerischen Fähigkeiten und soziale Kompetenzen erhalten haben. Darüber hinaus werden wir bis dahin 650 junge Menschen mit Startkapital ausgestattet haben, damit sie sich eine Einkommensquelle, etwa ein kleines Geschäft, aufbauen können.
  • Im Südsudan erreichten wir allein im vergangenen Jahr mit Unterstützung aus dem Etat für humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes mehr als 7.200 Kinder mit psychologischer Erster Hilfe. Unsere Teams unterstützten Kinder dabei, belastende Erlebnisse besser zu verarbeiten. Darüber hinaus fanden mehr als 1.000 Kinder in unseren Schutz- und Spielräumen einen sicheren Ort, an dem sie Unterstützung, Stabilität und kindgerechte Betreuung erhielten. Zudem versorgten wir mehr als 470 Kinder mit Hygiene-Sets.
  • Ebenfalls vom Auswärtigen Amt wurde unser Projekt in der Provinz Balkh in Afghanistan gefördert: Dort wurden im vergangenen Jahr mit unserer Unterstützung rund 30.000 Menschen auf Mangelernährung untersucht, darunter mehr als 20.400 Kinder unter fünf Jahren. Gleichzeitig konnten mehr als 123.000 ambulante Gesundheitsberatungen durchgeführt werden, von denen auch fast 3.400 mangelernährte Kinder profitierten. Zudem erhielten mehr als 470 Kinder unter fünf Jahren die notwendigen Impfungen, um sie vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen.
  • Mehr als 8.600 Kinder in Geflüchtetencamps in Kenia konnten allein 2025 durch unser von der EU gefördertes Projekt lernen und zur Schule gehen, darunter 2.900 neu eingeschulte Kinder und mehr als 660 Kinder, die nach einem Schulabbruch zurückkehren konnten. Transporthilfen für Kinder mit Behinderungen und Verpflegungsangebote haben entscheidend dazu beigetragen, Bildungsbarrieren abzubauen.
  • Weitere Beispiele für unsere internationale Arbeit finden Sie in unserem Jahresbericht und auf unserer Website.

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 236
Mail: presse@savethechildren.de

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