MSB Medical School Berlin

MSB Forschungsprojekt PSY-CARE: Psychotherapeuten unterstützen pflegebedürftige ältere Menschen mit Depression

PSY-CARE - Versorgungsinitiative für pflegebedürftige Menschen mit Depression mit Sitz in Berlin: Psychotherapeuten unterstützen pflegebedürftige ältere Menschen mit Depression. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/105781 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/MSB Medical School Berlin/seventyfour"
PSY-CARE - Versorgungsinitiative für pflegebedürftige Menschen mit Depression mit Sitz in Berlin: Psychotherapeuten unterstützen pflegebedürftige ältere Menschen mit Depression. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/105781 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke... mehr

Berlin (ots) - Pflegebedürftig zu sein, ist nicht nur eine körperliche und finanzielle, sondern auch eine große emotionale Herausforderung für Betroffene. Fast jeder dritte bis vierte Pflegebedürftige ist von einer depressiven Erkrankung betroffen. Unter der Leitung von MSB Professorin Prof. Dr. habil. Eva-Marie Kessler möchte die neue Versorgungsinitiative PSY-CARE in Berlin und angrenzenden Regionen Brandenburgs Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfe bieten. Das Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert und von der MSB in Kooperation mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin umgesetzt.

"Pflegebedürftige mit Depression erhalten durch die Versorgungsinitiative PSY-CARE Unterstützung durch eine bisher in dem Bereich nicht vertretene Berufsgruppe - nämlich Psychotherapeuten mit spezieller gerontologischer Qualifikation", sagt Prof. Dr. Eva-Marie Kessler, Professorin für Gerontopsychologie an der MSB Medical School Berlin.

Nach aktuellen Analysen leben allein in Berlin circa 113.000 Pflegebedürftige, die überwiegende Mehrheit ist älter als 60 Jahre, davon werden mehr als 75 Prozent zu Hause gepflegt. Pflegebedürftige Menschen sind nicht nur körperlichen, sondern auch psychosozialen Belastungsfaktoren ausgesetzt, die das Risiko von Depression erhöhen. Umgekehrt erhöht Depression das Risiko für körperliche Erkrankungen, Suizidalität und verstärkten Hilfebedarf. Der deutliche Zusammenhang zwischen Depression und beeinträchtigter Lebensqualität bei pflegbedürftigen älteren Menschen macht es zu einer wichtigen gesundheitspolitischen Aufgabe, depressive Erkrankungen zu erkennen und angemessen zu behandeln. Haus- und Nervenärzten kommt hier eine wichtige Funktion bei. Allerdings mangelt es in vielen Fällen an ausreichend Zeit für die Betreuung und die notwendigen Koordinations- und Kooperationsaufgaben mit Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten. Gleichzeitig sind Psychotherapeuten noch nicht in den Köpfen der Behandelnden sowie der Patienten als relevante Akteursgruppe verankert. Ältere Menschen mit Depression werden dementsprechend häufig nur pharmakologisch behandelt, obwohl gerade bei gebrechlichen, älteren Menschen die Nebenwirkungen von Antidepressiva erheblich sein können.

Dabei ist die Wirksamkeit von Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, bei älteren Patienten mit Depression in Meta-Analysen gut belegt worden. Zwar liegen bisher nur wenig Wirksamkeitsnachweise für multimorbide, sehr alte und pflegebedürftige Patienten vor, allerdings zeichnet sich auf der Basis weniger Pilotstudien aus dem Ausland auch hier eine positive Tendenz ab. Trotz des steigenden Bedarfs sowie entsprechender Leitlinienempfehlungen durch Fachgesellschaften, befinden sich allerdings weniger als fünf Prozent der älteren Menschen mit Depression in Deutschland in psychotherapeutischer Behandlung.

Das Projekt PSY-CARE ist an der MSB Medical School Berlin angesiedelt und möchte mit diesem unter der Projektleitung von Prof. Dr. Eva- Marie Kessler, Professorin für Gerontopsychologie, diese Versorgungslücke schließen. "Pflegebedürftige Menschen über 60 mit Depression erhalten in dem Modellprojekt in Berlin und angrenzenden Regionen Brandenburgs Zugang zu psychologischer Therapie und Beratung. Insbesondere wird untersucht, ob eine ambulante Kurzzeit-Verhaltenstherapie im Behandlungsteam mit Hausärzten und Pflegenden bei zu Hause lebenden Pflegebedürftigen mit Depression wirkt und einem alternativen psychosozialen Angebot überlegen ist.", so Prof. Dr. Eva-Marie Kessler.

Das Projektteam konnte durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (dgvt) bereits zahlreiche gerontologisch qualifizierte Psychotherapeuten für die Mitarbeit gewinnen.

Anmeldungen für Pflegebedürftige mit Depression sind ab Januar 2019 möglich. Die Teilnahme ist kostenlos, und in Fällen starker Mobilitätseinschränkung werden die psychotherapeutischen Sitzungen im häuslichen Umfeld der Patienten angeboten. Die Anmeldung erfolgt über die Webseite www.psy-care.de oder telefonisch unter 030 - 766 8375 838. Informationen erhalten Sie von der Projektleiterin Prof. Dr. Eva-Marie Kessler per Mail an eva-marie.kessler(at)medicalschool-berlin.de und über info(at)psy-care.de.

Über die MSB Medical School Berlin

Die MSB Medical School Berlin, Hochschule für Gesundheit und Medizin, ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule mit Sitz in der Siemens Villa in Berlin Lankwitz. Sie wurde 2012 von der Geschäftsführerin Ilona Renken-Olthoff mit der Fakultät Gesundheitswissenschaften als Fachhochschule gegründet und startete mit sechs Bachelorstudiengängen, die sich durch einen hohen Anwendungsbezug auszeichnen. Die universitäre Fakultät Naturwissenschaften an der MSB Medical School Berlin bietet wissenschaftliche Studiengänge mit universitärem Abschluss an. Die Einrichtung dieser Fakultät erfolgte aufgrund der Genehmigung vom Regierenden Bürgermeister - Senatskanzlei Wissenschaft in Berlin vom 27. Februar 2014. Somit können Studierende aktuell an der MSB zwischen mittlerweile 11 Studiengängen und damit zwischen einem Fachhochschul- oder einem universitären Studium wählen und ihre Karriere ihren Stärken und Talenten entsprechend planen.

Pressekontakt:

MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin
Calandrellistr. 1-9, 12247 Berlin
Prof. Dr. habil. Eva-Marie Kessler
Tel: 030 / 7668375- 832
Mail: eva-marie.kessler(at)medicalschool-berlin.de
www.medicalschool-berlin.de
www.psy-care.de

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