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Schwäbische Zeitung: Auf ins Ungewisse - Kommentar zu Ursula von der Leyens Entscheidung für "MEADS"

Ravensburg (ots) - Augen zu und durch": Das wird jetzt die Devise der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sein. Sie hat sich für den Kauf des neuen, milliardenschweren Flugabwehrsystems Meads festgelegt. Es ist ein großes Wagnis.

Niemand kann heute sicher sein, dass die Wunderwaffe, die noch entwickelt werden muss, den Schutz liefern wird, den die Hersteller versprechen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass das komplexe Projekt den Zeitrahmen sprengt und zum Milliardengrab wird. Auch wenn von der Leyen einiges unternommen hat, um das Risiko zu verringern, sie könnte dennoch scheitern. Die politische Zukunft der konservativen Überfliegerin, die manche als die künftige Kanzlerin sehen, steht auf dem Spiel.

Von der Leyen war bislang in der bequemen Position, die Rüstungsvorhaben ihrer Vorgänger kritisieren und korrigieren zu können. Um ihre Fähigkeiten als Managerin unter Beweis zu stellen, braucht sie jedoch eine eigene Herausforderung, an der sie sich abarbeiten kann. Dass die Ministerin sich nun bereit zeigt, um die große Verantwortung zu übernehmen, ist konsequent.

Angesichts der schnellen Verbreitung von Raketentechnologien muss Deutschland ein zukunftsfähiges Waffensystem haben. Die flexiblere Meads-Lösung könnte tatsächlich die bessere Wahl als die Modernisierung der alten Patriots sein.

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