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Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Gabriel - Erfolg mit hohem Restrisiko

Ravensburg (ots) - Sigmar Gabriel hat es eigentlich geschafft. Als Vizekanzler und Superminister für Wirtschaft und Energie ist er bald der Star des Bundeskabinetts. Er soll das Mammutprojekt Energiewende federführend umsetzen. Doch was so verlockend klingt, birgt auch ein hohes Restrisiko. Die Energiepolitik ist ein massiv vermintes Feld. Hier stoßen Interessen der Wirtschaft, der Politik und der Verbraucher knallhart aufeinander. Bislang jedenfalls existiert noch kein ausgewogenes Konzept für das nach Fukushima im Schweinsgalopp beschlossene Projekt.

Gabriel kann deshalb auf der einen Seite glänzen, wenn ihm der große Wurf bei der Energiewende gelingt. Genauso schnell - und das ist wahrscheinlicher - kann sein in den letzten Monaten steil aufgegangener Stern aber auch wieder verglühen. Gabriel gilt in der SPD als derjenige, der im Verhandlungspoker um den Koalitionsvertrag besonders gut mit der Union umgehen konnte. Als SPD-Fraktionsvorsitzender hätte er auch weiterhin frei agieren und Merkel Paroli bieten können. Als Minister ist er der Richtlinienkompetenz der Kanzlerin unterworfen und Teil der Kabinettsdisziplin. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass ein derart ausgebremster Gabriel den Genossen machtpolitisch gut bekommt.

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