Polizeipräsidium Frankfurt am Main

POL-F: 020620 - 0665 Zerschlagung eines unter marokkanischer Führung agierenden Rauschgiftringes.

        Frankfurt (ots) - Der Staatsanwaltschaft Darmstadt und dem
zuständigen  Rauschgiftkommissariat (K 65) des Polizeipräsidiums
Frankfurt am Main  gelang es, in enger Zusammenarbeit mit dem
Hessischen  Landeskriminalamt eine international operierende
Drogenhändler- und  -schmugglergruppe aufzudecken.

  Dieser Rauschgiftring wurde maßgeblich von zwei Marokkanern (34 und   37 Jahre) geleitet, die am 6. August bzw. 8. September 2001 in   Frankfurt am Main festgenommen wurden.  Neben diesen beiden Zentralfiguren gingen den Fahndern seit August  2001 weitere fünf Personen, die als Kuriere, Haschischverteiler bzw.  -abnehmer sowie Fahrzeugbeschaffer ins Netz. Bis auf einen 23jährigen  deutschen Kurierfahrer sitzen alle anderen sechs Festgenommenen  derzeit in Untersuchungshaft ein. Parallel hierzu wurden u.a. 1,2  Tonnen Haschisch mit einem Verkaufswert von zirka 2,2 Millionen Euro   konfisziert. Mit diesem Festnahme- und Sicherstellungserfolg konnte die gesamte  Organisationsstruktur zerschlagen und das festgestellte illegale  Vertriebsnetz ausgetrocknet werden.

  Ausgangspunkt für die hiesigen Ermittlungen bildet ein bei der   Staatsanwaltschaft Darmstadt anhängiges Rauschgiftverfahren, in dem   einer der beiden führenden Köpfe, und zwar der 34jährigen Marokkaner,  bereits eine wichtige Rolle spielt. Dabei zeichnete sich für die  Fahnder ein Teilkomplex einer Rauschgift-Connection mit Auswirkungen  nach Frankfurt am Main ab.

  Im Rahmen des erwähnten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungskomplexes  verdichteten sich für die Drogenfahnder die Verdachtsmomente, daß der  am 6. August 2001 im Frankfurter Nordend festgenommene 34jährige  Marokkaner gemeinsam mit seinem später identifizierten 37jährigen  Landsmann auch beabsichtigte, größere Haschischgeschäfte von Marokko  bzw. Spanien aus über Frankfurt am Main in andere Bundesländer bzw.  nach Italien anzubahnen und auszuführen. Es lagen Hinweise vor,  wonach hierfür eine Haschischlieferung (über 1 Tonne) in ein  Wohnmobil in Spanien eingebaut worden war und sich das  Schmuggelfahrzeug mit der heißen Fracht bereits im Raum Frankfurt am  Main befinden würde.

  Nach der Festnahme des 34jährigen Marokkaners  - so ergaben   Anschlußrecherchen -  reiste zwischen dem 15./16. August 2001 sein   37jähriger Komplize über Spanien nach Frankfurt am Main, um von hier aus die geplanten Haschischtransaktionen zu koordinieren.

  Vorausgegangene operative Maßnahmen leiteten zunächst am 24. August   2001 eine erneute Festnahmeaktion ein. Anläßlich einer   Fahrzeugkontrolle im Stadtteil Eschersheim konnten am 24. August 2001  zwei seiner Drogenkuriere, und zwar ein 23jähriger Deutscher aus  Erfurt sowie ein 25jähriger Franzose, mit 50 kg Haschisch im Gepäck  in flagranti erwischt werden. Als eigentlicher Auftraggeber dieser  Haschischlieferung wurde ein 33jähriger in Erfurt lebender Tunesier  ermittelt, der den Fahndern am 5. Februar 2002 in einer Erfurter  Wohnung ins Netz ging.

  Die polizeilichen Einschätzungen über den Abstellplatz des Wohnmobils  konkretisierten sich Anfang September 2001. Durch den Einsatz eines  Hubschraubers gelang es am 7. September 2001, das Wohnmobil auf dem  unübersichtlichen Gelände  einer ehemaligen Gärtnerei im Offenbacher Stadtteil Bürgel zu  lokalisieren. Das Fahrzeug ließ sich mit einem Schlüssel öffnen, den  der 34jährige Marokkaner bei seiner Festnahme am 6. August 2001 im  Besitz hatte. Im Innenraum konnten - teilweise unter den Sitzmöbeln versteckt - insgesamt 1.048 kg  Haschisch aufgefunden werden.

  In den frühen Morgenstunden des 8. September 2001 spürten die
Beamten  den 37jährigen marokkanischen "Koordinator" in einem Hotel
im  Frankfurter Bahnhofsviertel auf und legten ihm Handschellen an.
Im  Zusammenhang mit seiner Ergreifung wurden neun
Mobilfunktelefone, ein  von ihm benutzter neu angeschaffter VW Golf
im Werte von ca. 20.000  Euro sowie rund 5.000 Euro in bar
sichergestellt.        Durch Folgeermittlungen geriet ein weiterer
38jähriger Marokkaner  dieser Tätergruppierung ins Visier
polizeilicher Fahndungsmaßnahmen.  Er wurde am 11. September 2001 in
seiner Wohnung im Frankfurter  Nordend dingfest gemacht. Ihm wird
u.a. zur Last gelegt, den beiden  am 24. August 2001 habhaft
gewordenen Drogenkurieren (23 und 25  Jahre) zuvor die 50 kg
Haschisch übergeben zu haben. Ferner soll er  als Anmieter des
Abstellplatzes für das Wohnmobil in Offenbach am  Main aufgetreten
sein.  Schließlich erwirkte die Darmstädter Staatsanwaltschaft einen
Haftbefehl gegen die 54jährige deutsche Halterin des Wohnmobils.
Ihre  Verhaftung erfolgte am 21. Februar 2002 in Erfurt.

  Beigefügt sind zwei Fotos des Wohnmobils. Sie können abgerufen werden  unter http://www.newsaktuell.de/polizeipresse/ E-Mail-Adressaten bitte als Kennwort die eigene E-Mail-Adresse, Ots-Benutzer bitte als Kennwort polizei_frankfurt@newsaktuell.de   eingeben.

  (Peter Borchardt/-8011).

  Bereitschaftsdienst:  Karlheinz Wagner, Telefon: 06107-3913, Handy:   0177-23697787 (nach 17.00 Uhr).


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