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27.02.2020 – 13:38

Polizeidirektion Trier

POL-PDTR: Verkehrsunfallstatistik 2019 der Polizeiinspektion Birkenfeld "Positiver Trend bei Alkohol- und Geschwindigkeitsunfällen, deutlich weniger Unfälle mit Personenschäden"

Birkenfeld (ots)

Gesamtunfallentwicklung: "Positiver Trend bei Alkohol- und Geschwindigkeitsunfällen, deutlich weniger Unfälle mit Personenschäden"

Die Polizei Birkenfeld registrierte im Jahr 2019 auf den Straßen ihres Dienstgebietes insgesamt 810 Verkehrsunfälle (2018: 766 Unfälle), dies sind insgesamt 31 Unfälle über dem 5-Jahresdurchschnitt.

Erfreulicherweise ist die Anzahl der Unfälle, bei den Personen schwer verletzt oder getötet wurden, deutlich von 32 auf 19 (minus 40,6 Prozent) zurückgegangen.

Bei insgesamt 52 registrierten Unfällen mit Personenschaden wurden auf den Straßen im Bereich der PI Birkenfeld 19 Personen schwer- und 54 Personen leichtverletzt. Leider musste die PI Birkenfeld auch wie im Jahr 2018 einen tödlichen Unfall verzeichnen. Hierbei verlor bei einem tragischen Unfall ein Motorradfahrer sein Leben.

Als schwer verletzt gilt in der Statistik jeder Mensch, der nach einem Verkehrsunfall mindestens 24 Stunden in einem Krankenhaus verbringt.

Zunehmend beschäftigt die Beamten der Polizei Birkenfeld das Wild auf den Straßen. Waren es im Jahre 2018 noch 310 Unfälle unter Beteiligung von Wildtieren, so wurden ein Jahr später 377 Unfälle verbucht. Somit ist statistisch gesehen fast jeder zweite aufgenommene Verkehrsunfall (46,5 Prozent) auf Wildwechsel zurück zu führen.

Ein Indiz für die Häufigkeit ist insbesondere der ländliche und waldreiche Dienstbezirk und die starke Vermehrung des Wildes.

Grundsätzlich raten Polizei und Automobilverbände zur Verhinderung von Wildunfällen folgende Verhaltensregeln:

   - Fuß vom Gas im Wald und an unübersichtlichen Wald- oder 
     Feldrändern
   - Erhöhte Vorsicht auf neuen Straßen durch den Wald. Wild ändert 
     vertraute Wege kaum.

Wenn Wild an oder auf der Straße steht:

   - Abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen
   - Mit Nachzüglern rechnen. Wildschweine, Rehe und andere Arten 
     leben oft gesellig.

Wenn eine Kollision unvermeidbar ist:

   - Besser ein kontrollierter Aufprall als unkontrolliertes 
     Ausweichen
   - Im Ernstfall das Lenkrad festhalten, geradeaus fahren und dabei 
     bremsen.

Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt! Bei fast jedem siebten Unfall (13,8 Prozent) stellt die Polizei inzwischen fest, dass sich mindestens ein Unfallbeteiligter unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hat.

Konkret ereigneten sich in diesem Jahr 112 Unfälle (Vorjahr: 108) mit Fahrerflucht.

Auch in diesem Jahr hat sich die Strategie der zentralen Unfallfluchtermittlung bewährt. Bei rund 51 Prozent aller begangenen Verkehrsunfallfluchten konnten die verantwortlichen Fahrer ermittelt werden.

Eine Unfallflucht ist eine Straftat! Diese begeht derjenige, der sich als Unfallbeteiligter vom Unfallort entfernt, ohne zuvor dem anderen Unfallbeteiligten die Feststellung seiner Personalien ermöglicht zu haben oder hierzu wenigstens eine angemessene Zeit gewartet zu haben. Des Weiteren auch derjenige, der sich zwar erlaubterweise vom Unfallort entfernt hat, die erforderlichen Feststellungen aber nicht nachträglich ermöglicht.

Im Zweifelsfall sollten Verkehrsteilnehmer die Polizei informieren, die dann den Unfall aufnimmt. So sind Sie immer auf der sicheren Seite.

Natürlich ist die Polizei auch ständig auf die Hinweise der Bevölkerung angewiesen, deshalb appelliert die Polizei an Verkehrsteilnehmer, entsprechende Hinweise und Beobachtungen die zur Klärung einer Tat dienen, mitzuteilen.

Hauptunfallursachen: 2019 über 50 Prozent weniger Geschwindigkeitsunfälle Langfristiges Anliegen der Polizei ist die Reduzierung von Unfällen mit Personenschäden, welche in vielen Fällen auf zu hohe oder nichtangepasste Geschwindigkeit zurück zu führen ist. Die Polizei setzt deshalb seit Jahren u.a. ein Schwerpunkt im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung.

In diesem Fall zeigt die Unfallstatistik 2019 erfreuliche Zahlen! Waren in 2018 noch 104 aller Unfälle auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen, so reduzierte sich die Anzahl der Unfälle deutlich auf 50. Die bisherige konsequente Überwachung von "Raserstrecken" und Unfallhäufungsstellen zeigt auch der Fünf-Jahresvergleich. So reduzierte sich erfreulicherweise die Unfallquote von 11,5 auf rund 10 Prozent im Schnitt. Um den Trend zu beflügeln führt die PI Birkenfeld weiterhin Geschwindigkeitsmessungen an relevanten Streckenabschnitten durch.

Drastische Konsequenzen bei Alkohol und Drogen am Steuer: Die PI Birkenfeld stellte bei 14 Unfällen (2018: 19 Unfälle) fest, dass die Verkehrstüchtigkeit bei mindestens einem der Verkehrsteilnehmer durch Alkohol- oder Drogeneinwirkung beeinträchtigt war. Bei 4 Unfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gab es schwerverletzte Personen zu beklagen.

Frühe Aufklärung und Prävention, aber auch konsequente Kontrollmaßnahmen bezüglich Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sind ein wichtiger Bestandteil der polizeilichen Arbeit.

Alleine im Bereich der PI Birkenfeld konnten Beamten insgesamt in 32 Fällen rechtzeitig den Fahrtantritt unter Alkoholeinfluss verhindern. Ein offensichtlich deutschlandweites Phänomen ist der starke Anstieg von Unfällen im Schwerlastverkehr unter Alkoholeinfluss.

Die Polizei Birkenfeld sucht verstärkt die relevanten "Trucker"-Parkplätzen auf und die Beamten führen klärende Gespräche mit den Berufskraftfahrern. Ist jedoch übermäßiger Alkohol im Spiel so ist die Polizei rigoros und untersagt auch eine geplante Abfahrt. Erfreulicherweise musste die PI Birkenfeld keine Maßnahmen diesbezüglich ergreifen.

Auch zukünftig wird die Polizei den Schwerpunkt sowohl auf Verkehrsprävention aber auch Verkehrsüberwachung setzen. Wird ein unter Alkohol oder Drogen stehender Fahrer erwischt oder baut dieser sogar einen Unfall, drohen Fahrverbot, MPU, Geld- und Freiheitsstrafen.

Unfallrisiko: Handy am Steuer Da sich der Nachweis einer Handynutzung bei einem Unfall äußerst schwierig gestaltet, werden Unfälle diese Art (noch) nicht statistisch erfasst.

Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legen Fahrer bereits eine Strecke von 14 Metern zurück, wenn sie nur eine Sekunde mit dem Mobiltelefon beschäftigt sind. Jedem Verkehrsteilnehmer sollte demnach klar sein, dass ein solches Verhalten die Unfallgefahr in die Höhe schießen lässt.

Eine Langzeitstudie aus den USA hat bewiesen, dass das Unfallrisiko dreimal so hoch ist, wenn während des Fahrens Nachrichten im "Blindflug" geschrieben, telefoniert oder ein Facebook-Status aktualisiert wird. Ein solches Verhalten begünstigt vor allem Auffahrunfälle, auch ohne Statistik ist dies nachvollziehbar. Der sorglose Umgang mit Smartphone und Co. beim Autofahren ist eine zunehmende und oft unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr. Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr, ob als Kraftfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger, erfordert jederzeit die volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen.

Gezielte Handykontrollen werden erheblicher Bestandteil der polizeilichen Aufgaben sein, festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet, hier drohen saftige Bußgelder und Punkte im Verkehrszentralregister.

Unfall - Risikogruppen: Kinder Wenn Kinder im Straßenverkehr verunglücken, berührt dies neben den unmittelbaren Betroffenen auch viele andere Menschen. In Anbetracht der letzten fünf Jahre mit einer durchschnittlichen Beteiligung von 6 Kindern an Unfällen ist der Trend rückläufig. In 2019 kam es auf den Straßen rund um Birkenfeld zu 3 Unfällen mit Kinderbeteiligung. Glücklicherweise trugen die Kinder nur leichte Blessuren davon (2018: 1 Unfall mit Kinderbeteiligung, bei dem zwei Kinder leicht verletzt wurden).

Seit Jahren betreibt die Polizei Birkenfeld für ihren Bereich konsequent Verkehrsprävention bei Kindern und Jugendlichen. In der hierfür zuständigen Jugendverkehrsschule werden Kinder und Jugendliche hinsichtlich der Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert und auf die Gefahren hingewiesen.

Verkehrsüberwachungsmaßnahmen der Polizei im Bereich von Kindergärten und Schulen sowie durch gezielte Kontrollen von Rückhaltesystemen, insbesondere der richtigen Benutzung von Kindersitzen, stehen auf der Tagesordnung der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit.

Der Trend von null Schulwegunfällen setzt sich auch in diesem Jahr fort, seit 2014 verunglückte glücklicherweise kein einziges Kind auf dem Weg zur oder von der Schule.

Junge Fahrer Die Gruppe der "Jungen Fahrer" ist nach wie vor eine sogenannte "Risikogruppe", da diese mit Abstand das höchste Unfallrisiko tragen. Die Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren waren im Jahr 2019 an insgesamt 175 Unfällen beteiligt.

Bei 137 Unfällen waren junge Erwachsene die jeweiligen Hauptunfallverursacher, in 18 Fällen war zu hohe Geschwindigkeit und in 4 Fällen Fahruntüchtigkeit infolge Alkohol oder Drogen die Ursache. Die PI Birkenfeld betreibt in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Rauschgiftkommissariat zielorientierte Präventionsarbeit, hauptsächlich in Schulen und an öffentlichen Events. Ziel ist es der jüngeren motorisierten Generation eine Verhaltensweise zu vermitteln, die der Sicherheit Aller im Straßenverkehr gerecht werden lässt.

Senioren (ab 65 Jahre) Der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung wird immer größer. Viele ältere Menschen sind heute auch mobiler, als es frühere Generationen waren. Daher ist es leicht erklärbar, dass diese Bevölkerungsgruppe häufiger an Verkehrsunfällen beteiligt ist. Insgesamt waren 2019 an 118 Verkehrsunfällen Senioren beteiligt (Vorjahr: 126), was leicht über dem 5-Jahresdurchschitt von 108 Unfällen liegt.

Mit zunehmendem Alter können sich viele Gesundheitsbeeinträchtigungen einstellen. Typisch sind ein Nachlassen der Seh- und Hörkraft sowie eine verminderte Reaktionsfähigkeit und Beweglichkeit, was nicht alles durch die Vielzahl von Fahrassistenten kompensiert werden kann. Kampagnen der Polizei, der Verkehrswacht, des ADAC und des Fahrlehrerverbandes geben hier entsprechende Hinweise zur Aufrechterhaltung einer sicheren Auto Mobilität.

Die Polizei rät: Sorgen Sie dafür, dass sie fahrtauglich bleiben und nutzen Sie Informations-, Trainings- und Seminarprogramme.

Motorradfahrer 13 Biker-Unfälle, und somit 4 weniger als im Vorjahr, beklagt die PI Birkenfeld für das Jahr 2019. Hierbei verunglückten insgesamt 15 Motorradfahrer, vier davon wurden schwer- und zehn leichtverletzt. Bei einem Verkehrsunfall im Juli 2019 verstarb ein Biker an den Folgen seiner Verletzungen.

Presseportal der Polizeidirektion Trier: "Ein 74-jähriger Motorradfahrer aus einem benachbarten Bundesland befuhr mit seinem Krad als letztes Mitglied einer vierköpfigen Motorradgruppe die B 41 von Idar-Oberstein kommend in Richtung Birkenfeld. Zwischen den Ortslagen Rötsweiler-Nockenthal und Oberbrombach überholte die Gruppe einen Pkw und scherte hierzu auf die linke der beiden nach Oberbrombach führenden Fahrspuren aus. Im Verlauf der Rechtskurve geriet der 74-jährige Kradfahrer infolge nicht angepasster Geschwindigkeit bzw. eines Fahrfehlers auf die Gegenfahrspur und kollidierte dort zunächst leicht mit einem entgegenkommenden Pkw der Marke Seat und anschließend frontal mit dem hinter dem Seat fahrenden Hyundai. Der 74-jährige verstarb noch an der Unfallstelle. Die beiden 21-jährigen und 25-jährigen Insassen des Hyundai wurden durch den Aufprall leicht verletzt und standen unter Schock. Sie wurden ins Krankenhaus verbracht. An den Fahrzeugen entstand Sachschaden von insgesamt 20.000 EUR. Die B 41 war während der Unfallaufnahme zwischen 13:50 bis 19:15 Uhr voll gesperrt."

Bei sieben Unfällen waren die Biker selbst die Unfallverursacher, in einem Fall wurde zu schnell bzw. mit nichtangepasster Geschwindigkeit gefahren, und in drei Fällen waren die Fahrer infolge Alkohol- oder Drogenbeeinflussung fahruntüchtig.

Mangelnde Fahrpraxis, eigene Selbstüberschätzung aber auch technische Mängel an den PS-Boliden führen oftmals zu brenzligen Situationen im Straßenverkehr, was aufgrund der fehlenden "Knautschzone" tragisch enden kann.

Internetangebot für Motorradfahrer Die Polizei Rheinland-Pfalz hat ihr Internetangebot für Motorradfahrer überarbeitet und den Ansprüchen und Informationsbedürfnissen der Zielgruppe besser angepasst. Schauen Sie sich die Themen wie "Anlassen" oder "Ankommen", "Gruppenfahrt" und "Sicherheitstraining" an. https://www.polizei.rlp.de/de/aufgaben/verkehr/risikogruppen/motorradfahrer/

Oberstes Ziel der Polizei ist weiterhin die Minimierung von Verkehrsunfällen, insbesondere mit Personenschäden. Aktive Aufklärung, Präventionsarbeit, aber auch die Verkehrsüberwachung stehen uns hierzu als Mittel zur Unfallbekämpfung zur Verfügung. Wir appellieren an Sie, fahren Sie vorausschauend, verantwortungsbewusst und nehmen Sie Rücksicht auch auf andere Verkehrsteilnehmer.

Rückfragen bitte an:

Wasserschieder Straße 33
55765 Birkenfeld

Ansprechpartner
Christoph Scherrer
Telefon 06782/9910
Telefax 06782/991-20
pibirkenfeld@polizei.rlp.de


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