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22.02.2019 – 12:52

Polizeidirektion Trier

POL-PDTR: Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion Baumholder 2018 Verkehrsunfälle mit Krafträdern weiter im Focus polizeilicher Überwachungsmaßnahmen

Baumholder (ots)

Im Jahr 2018 wurden im Bereich der Polizeiinspektion Baumholder insgesamt 489 Verkehrsunfälle registriert. Dies bedeutet eine Steigerung um 1,9 % gegenüber 2017. (480 Verkehrsunfälle). Im gesamten Bereich Rheinland-Pfalz ist gemäß der Veröffentlichung durch das Ministerium des Innern und für Sport ebenso im rückblickenden Jahr ein leichter Rückgang der Gesamtunfallzahlen zu verzeichnen.

Insgesamt wurden 58 Personen durch Verkehrsunfälle schwer oder leicht verletzt. Nachdem im Jahr 2017 im Zuständigkeitsbereich der PI Baumholder kein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang aufgenommen werden musste, wurde im Jahr 2018 leider eine Person bei einem Verkehrsunfall getötet.

Das unerlaubte Entfernen von der Unfallstelle ist immer noch, trotz des Wissens um die rechtlichen Konsequenzen eines solchen Verhaltens (Strafverfahren, Führerscheinentzug), ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrsunfallstatistik. Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Zuständigkeitsbereich der PI Baumholder 63 Verkehrsunfälle, bei denen der Schadensverursacher nach dem Schadensereignis einfach "flüchtete". Mit einer Quote von 44,4% konnten im Jahre 2018 fast die Hälfte der gemeldeten Verkehrsunfallfluchten aufgeklärt werden.

Nach wie vor bleiben Geschwindigkeit, neben ungenügenden Sicherheitsabständen und Fehlern beim Abbiegen/Wenden/Rückwärts/Ein-u. Ausfahren, die wesentlichen Unfallursachen. Die Hauptunfallursache "Geschwindigkeit" ist bei vielen Verkehrsunfällen (im Bereich der PI Baumholder bei 57 Verkehrsunfällen) eine maßgebende unfallauslösende bzw. unfallbegünstigende Ursache. Auch im Jahr 2019 werden Geschwindigkeitskontrollen an Unfallschwerpunkten einen wesentlichen Beitrag im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizeiinspektion Baumholder leisten müssen.

Im Jahr 2018 kam es zu 13 Verkehrsunfällen (2017; 6 VU), bei denen der Fahrzeugführer unter Alkoholeinfluss stand. Bei diesen Unfällen wurden 4 Personen leicht verletzt. Für diese Fahrer folgten Blutentnahme und Führerscheinentzug als unmittelbare Konsequenz ihres Fehlverhaltens. Auch diesbezüglich wird es weiter anlassbedingte Kontrollen geben. Im Jahr 2018 wurden 2 Verkehrsunfälle unter Drogen und/oder Betäubungsmittel registriert. Dabei wurden keine Personen verletzt. Im Jahr zuvor, wie auch schon 2016, waren solche Unfälle nicht registriert worden. In der statistischen Betrachtung der Risikogruppen stehen Kinder, Junge Fahrer, aber auch im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung zunehmend Senioren im Focus der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit. Die Beamten der Polizeiinspektion Baumholder mussten im Jahr 2018 einen Verkehrsunfall mit Kinderbeteiligung aufnehmen, bei dem ein Kind als Mitfahrer leicht verletzt wurde. Ein Schulwegunfall war nicht zu verzeichnen. Trotz des äußerst geringen Risikos von 0,09 % (bei 1074 Kindern und 1 verletztes Kind) Opfer eines Verkehrsunfalls mit Verletzungen zu werden, bedarf es gerade bei dieser Risikogruppe großer Anstrengungen ,um das potentielle Unfallrisiko zu vermindern. Die Zielgruppe der "Jungen Fahrer" (18-24 Jahre) und der Jugendlichen (15-17 Jahre) steht seit Jahren im Mittelpunkt der polizeilichen Präventionsarbeit. Zu diesen Gruppen gehören im hiesigen Zuständigkeitsbereich etwa 1.032 Personen Im Jahr 2017 kam es zu einem leichten Rückgang der Unfälle, an denen diese Personengruppen beteiligt waren. Wurden 2017 noch 95 Verkehrsunfälle mit Beteiligten dieser Zielgruppe aufgenommen, so reduzierte sich diese Zahl im Jahr 2018 auf 89 Verkehrsunfälle. Bei 10 Unfällen mit Personenschaden, an denen diese Risikogruppe beteiligt war, wurden 3 Personen schwer und 13 Personen leicht verletzt. In 78 Fällen der Unfälle war ein Fahrer dieser Risikogruppe Hauptverursacher. Hauptunfallursache war hierbei nicht angepasste Geschwindigkeit (22%). Die Gruppe der jungen Fahrer ist, in Relation zu ihrem Bevölkerungsanteil von ca. 7,75%, überproportional oft, nämlich in 19,67% der Fälle, an den Verkehrsunfällen beteiligt. Eine mögliche Ursache hierfür dürfte die geringe Fahrpraxis in Verbindung mit Risikofreudigkeit und Selbstüberschätzung sein. Das erhöhte Risiko dieser Gruppe an Verkehrsunfällen beteiligt zu sein, spiegelt sich auch den hohen Beiträgen für die Kfz-Versicherung wieder. Einen positiven Trend im Bereich der genannten Personengruppe bei der Beteiligung an Verkehrsunfällen, wird im Zusammenhang mit dem Projekt "Begleitetes Fahren" erhofft. So kann der Jugendliche nach der Fahrausbildung in der Fahrschule weitere Erfahrung im Straßenverkehr sammeln, ohne dabei auf sich allein gestellt zu sein. Dabei soll das Risikobewusstsein junger Fahranfänger erhöht und die Risikobereitschaft vermindert werden. Die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft steht schon seit Jahren im Blickpunkt der Politik und der Öffentlichkeit. Die Gruppe der Senioren (ab 65 Jahren) war 2018 an 66 Verkehrsunfällen beteiligt (2017; 50 Verkehrsunfälle). In rund 70% der Fälle war ein Fahrzeugführer dieser Personengruppe Hauptverursacher. Insgesamt wurde bei diesen Verkehrsunfällen der Risikogruppe Senioren zwei Personen schwer und drei Personen leicht verletzt. Ob ältere Menschen häufiger in Unfälle verwickelt sind als jüngere, kann aus den vorliegenden Statistiken nicht geschlossen werden, da es keine Auswertung über den tatsächlichen Umfang der Beteiligung dieser Altersgruppe am Straßenverkehr gibt. Aufgrund der jedoch eher ländlichen Struktur im Landkreis Birkenfeld und der Tatsache, dass es in vielen Ortschaften und Gemeinden an der Sicherstellung einer Grundversorgung der Bevölkerung in den jeweiligen Ortschaften mangelt, ist anzunehmen, dass gerade ältere Mitbürger zunehmend auf Mobilität zu den Versorgungsstandpunkten angewiesen sind. Ältere Menschen weisen in bundesweiten Studien ein deutlich höheres Risiko auf, bei Verkehrsunfällen getötet oder schwer verletzt zu werden. Dies gilt ebenso für bestimmte Verkehrssituationen, denen sie gegenüberstehen. Nach den einschlägigen Studien nimmt das Fehlverhalten der Fahrzeugführer mit dem Alter zu. Ein weiterer Schwerpunkt der polizeilichen Überwachungsmaßnahmen im Dienstbezirk der Polizeiinspektion Baumholder, ist in Verbindung mit Motorradunfällen die Strecke L169 zwischen Baumholder und Niederalben. Seit Jahren unternimmt die Polizei die unterschiedlichsten Anstrengungen, die Entwicklung der Verkehrsunfälle in dieser Risikogruppe günstiger zu beeinflussen. Das Präventionsprogramm "Motorradfahren in Rheinland-Pfalz - aber sicher!" ist dafür nur ein Beispiel. Häufig sind gerade Unfälle, an denen Zweiräder beteiligt sind, mit schweren Unfallfolgen verbunden. Bei insgesamt 14 Verkehrsunfällen die von der PI Baumholder im Jahr 2018 aufgenommen wurden, waren motorisierte Zweiräder beteiligt. Dabei wurden 1 Person getötet, 2 Personen schwer und 9 Personen leicht verletzt. Eine Unfallauswertung für den Zeitraum vom 01.01.2008 bis 28.02.2018 für diese Strecke ergab, dass sich in diesem Zeitraum 27 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Krafträdern ereigneten, wobei 3 Personen getötet, 14 Personen schwer und 18 Personen leicht verletzt wurden. Die Überwachungsmaßnahmen auf diesem Streckenabschnitt werden auch 2019, insbesondere in den Sommermonaten, weiter intensiviert. Auch werden verkehrsbauliche und verkehrsrechtliche Maßnahmen zur Reduzierung der Verkehrsunfälle durch die zuständigen Stellen, unter Beteiligung der Polizei, in Angriff genommen. In der statistischen Betrachtung der Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion Baumholder war sehr häufig Wild involviert. Zwar ging die Zahl der Wildunfälle von 266 im Jahre 2017 auf 239 im Jahre 2018 zurück, dennoch stellen sie den Großteil der von der Polizeiinspektion Baumholder aufgenommenen Verkehrsunfälle dar. Am unfallträchtigsten in dieser Unfallkategorie ist die Landesstraße L 176 zwischen Ruschberg und Frauenberg, aber auch zwischen Breitsesterhof und Baumholder, sowie die Landstraße L 169 zwischen Niederalben und Baumholder, ebenso die Landesstraße L 348 in den Gemarkungen Berschweiler und Fohren-Linden.

Der Wildunfall ist ein andauerndes und durchaus schwerwiegendes Problem der Verkehrssicherheit. Er kann unabhängig von der Erfahrung und dem Fahrkönnen, jeden Kraftfahrer treffen. Die Ergebnisse bundesweiter Studien, u.a. auch des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), zu Wildunfällen, können auch für den Bereich der Polizeiinspektion Baumholder übernommen werden. Leider konnte für keine der bislang diskutierten und bundesweit angewandten Maßnahmen (Duftbarrieren, optische (optisch/akustische) Reflektoren, Rückschnitt der Hecken und Sträucher am Straßenrand oder Wildwechselschilder) im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen eine wirksame Reduzierung der Unfallzahlen nachgewiesen werden. In Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern werden auf besonders belasteten Streckenabschnitten, sogenannte Wildwarnreflektoren getestet. Diese sind wegen ihrer hohen Signalwirkung besonders geeignet das Wild abzuschrecken und von der Straße fernzuhalten. Nicht zuletzt ist jede(r) Verkehrsteilnehmer(in) aufgefordert ihr (sein) so anzupassen,dass er sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen bringt.

Die Polizei Baumholder weist in diesem Zusammenhang auf folgendes hin:

Die meisten Wildunfälle ereignen sich morgens zwischen 5 und 8 Uhr sowie abends zwischen 17 und 0 Uhr, dennoch ist die Zeit zwischen 1 und 4 Uhr angesichts der gerade im ländlichen Bereich geringen Verkehrsstärken ziemlich gefährlich.

Wildunfälle ereignen sich die ganze Woche über.

Bei 80 Prozent aller Wildunfälle kollidiert das Kfz mit einem Reh, bei 10 Prozent mit einem Wildschwein.

Vorsicht ist das ganze Jahr geboten, nicht nur im Frühjahr oder Herbst.

In der Dämmerung und vor allem nachts muss besonders mit Wildwechsel gerechnet werden.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Baumholder
St: Hubertusstr. 1
55774 Baumholder
www.polizei.rlp.de
Ansprechpartner
Bodo Kirsch, EPHK
Dienststellenleiter
Telefon 06783-99120
Telefax 06783-99150
pibaumholder@polizei.rlp.de

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