terre des hommes Deutschland e.V.

"Die bestehenden Alternativen verbessern!"
terre des hommes kritisiert "Babyklappe" und "Anonyme Geburt"
Stellungnahme zur bevorstehenden Bundestagsanhörung

    Osnabrück (ots) - Am 30.Mai werden der Innenausschuss, der
Rechtsausschuss und der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend des Deutschen Bundestages eine gemeinsame öffentliche Anhörung
zum Thema »Anonyme Geburten« durchführen. Anläßlich dieser
Veranstaltung hat sich das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk
terre des hommes in einer Stellungnahme kritisch zu Einrichtungen wie
Babyklappen und zur »anonymen Geburt« geäußert. Nach Auffassung von
terre des hommes widerspricht das Prinzip der Anonymität dem Recht
des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung. Im »Haager Übereinkommen
über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
internationalen Adoption« sowie in einem Urteil des
Bundesverfassungsgerichtes sei dieses Recht aber ausdrücklich
hervorgehoben worden.
    
    Babyklappen und auch die Möglichkeit der »anonymen Geburt«
beraubten das Kind der Chance, später zu leiblichen Eltern und
Geschwistern Kontakt aufzunehmen, so terre des hommes. Die Kritik
stützt sich auf Erfahrungen aus der über 30-jährigen
Adoptionsvermittlungsarbeit von terre des hommes. Bernd Wacker,
Adoptionsexperte der Organisation, teilte dazu mit: »Jede erfahrene
Fachkraft in der Adoptionsvermittlung weiß, wie sehr viele adoptierte
Jugendliche und Erwachsene unter den traumatisierenden Wirkungen des
ursprünglichen Abgegebenseins leiden und oft über Jahre hinaus bemüht
sind, ihre Ursprungsfamilie zu finden und den Umständen, die zu ihrer
Abgabe geführt haben, auf die Spur zu kommen«. Wacker wies darauf
hin, dass die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten ausreichend
seien, um der abgebenden Mutter Hilfe und Unterstützung zu bieten.
Allerdings müssten diese Angebote bekannter gemacht werden, um auch
die in Not geratenen Frauen zu erreichen. »Die Institutionalisierung
der Babyklappe oder der anonymen Geburt als ordentliches Instrument
der Kinder- und Jugendhilfe ist dazu nicht erforderlich und nicht
geeignet«, so Wacker weiter.
    
    Die Anonymität ist nach Auffassung von terre des hommes auch
deshalb problematisch, weil die Gründe für die Abgabe eines Kindes
unklar bleiben. Ob die Abgabe des Kindes tatsächlich dem freien
Willen der Mutter entspreche oder von Ehepartnern, Familie oder
anderen Personen erzwungen sei, könne nicht mehr festgestellt werden.
Weiter kritisiert terre des hommes, dass es an klaren Richtlinien für
die Einrichtung privat betriebener Babyklappen fehle. Dies beträfe
ebenso die Frage nach der Ausbildung und Qualifikation des Personals.
Auch für die Behauptung, durch Einrichtungen wie Babyklappen und
»anonyme Geburt« würden Kindestötungen verhindert, fehle es an
überzeugenden Beweisen. Vielmehr sei zu vermuten, dass Kindestötung
eine Panikhandlung sei und durch Babyklappen und »anonyme Geburt«
nicht verhindert werde.
    
    verantwortlich: terre des hommes-Pressereferat
    
    Wichtiger Hinweis: Die ausführliche Stellungnahme zum Thema
»Babyklappe« und »Anonyme Geburt« senden wir Ihnen auf Wunsch gern
per eMail zu. Schicken Sie dazu eine eMail an terre@t-online.de mit
dem Betreff: »Babyklappe«. Sie finden die Stellungnahme auch auf
unserer Homepage www.tdh.de zum Download.
    
    
ots Originaltext: terre des hommes
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen:
terre des hommes-Adoptionsexperte Bernd Wacker,
Tel.: 02573/ 957601 und
Michael Heuer, terre des hommes-Pressereferat,
Tel: 0541/7101-145,
eMail: info@tdh.de



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