DIE ZEIT

Joschka Fischer: "Israel darf sich nicht eine einzige Niederlage erlauben"

Hamburg (ots) - Außenminister Joschka Fischer befürchtet, dass der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern den gesamten Nahen Osten in Brand setzen könnte. In einem Interview mit der ZEIT sagt Fischer, es sehe nicht so aus, als könnten die beiden Parteien noch eine Lösung "aus sich selbst heraus" schaffen. "Wir brauchen das Engagement einer dritten Partei. An erster Stelle die USA, aber auch die Europäer und andere Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft wie Russland." Für den Außenminister ist unter allen denkbaren Optionen nur eine akzeptabel. "Das ist die Koexistenz der beiden Völker. Koexistenz bedeutet zwei Staaten, verbunden in gemeinsamer Sicherheit." Israel, sagt Fischer, werde niemals eine Situation der Schwäche akzeptieren. "Israel darf sich nicht eine einzige Niederlage erlauben. Es ist der einzige Staat, dessen Existenz bei einer strategischen Niederlage sofort in Frage gestellt ist. Das darf man nie vergessen, ich zumindest vergesse das nie." Der Bundesaußenminister befürchtet, "dass das Vertrauen Israels in seine militärische Stärke zur Isolierung führen könnte. Das besorgt mich als wirklicher Freund Israels." Zur deutschen Kritik, vor allem aus CDU und FDP, an der israelischen Kriegsführung in den besetzten Gebieten sagt Fischer: "Im politischen Milieu artikulieren sich jetzt Dinge, die man vielleicht früher so, gerade auf der Rechten, nicht gesagt hat." Das komplette ZEIT-Interview (DIE ZEIT Nr. 16, EVT 11.04.2002) zu dieser Meldung stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. ots Originaltext: Die Zeit Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei Elke Bunse oder Verena Schröder, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel.: 040/ 3280-217, -303, Fax: 040/3280-558, e-mail: bunse@zeit.de, schroeder@zeit.de). Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

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