DIE ZEIT

"Es fehlt mir nicht an Machtbewusstsein"
Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel in der ZEIT

    Hamburg (ots) - Wenige Tage vor dem CDU-Parteitag in Dresden wischt die Parteivorsitzende Angela Merkel die Zweifel führender Parteifreunde an ihrer Führungsfähigkeit vom Tisch. In einem am Donnerstag erscheinenden Interview mit der ZEIT sagt Merkel: "Ich habe meine Erfahrungen gesammelt und weiß, dass bei aller Diskussion am Ende Entscheidungen durchgesetzt werden müssen. Dazu gehört auch, dass ich als Parteivorsitzende sage, was geht und was nicht. Dazu fehlt es mir weder an Selbst- noch an Machtbewusstsein."

    Mit Blick auf die Vertrauensabstimmung von Rot-Grün gesteht Merkel ein, dass es auch in der CDU-Bundestagsfraktion und ebenso in der gesamten Union "Zweifel" am Afghanistan-Engagement Deutschlands gebe. Merkel wörtlich: "Bei uns sind traditionell zwischen drei und fünf Abgeordnete aus Prinzip gegen Bundeswehreinsätze." Und wie in der gesamten Bevölkerung existierten auch in der CDU an der deutschen Kriegsbeteiligung "selbstverständlich Zweifel". Es sei darum "die Aufgabe beider großen Volksparteien, in den eigenen Reihen dafür zu werben, warum man dieses Engagement für richtig hält".

    Die CDU-Vorsitzende lehnt das Zuwanderungsgesetz der Bundesregierung ab, missbilligt aber auch den Druck der bayerischen CSU auf den brandenburgischen CDU-Innenminister Schönbohm, der Partner einer großen Koalition ist. Da Brandenburg bei einer Abstimmung über das rot-grüne Zuwanderungsgesetz im Bundesrat zum Zünglein an der Waage werden kann, ruft Merkel ihren Parteifreunden zu: "Nun lassen Sie doch mal Herrn Schönbohm in Ruhe!"


    Das komplette ZEIT-Interview (DIE ZEIT Nr. 49, EVT 29.11.2001)
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