DIE ZEIT

Chinesische Intellektuelle kritisieren Olympische Spiele

Hamburg (ots) - Drei der führenden chinesischen Intellektuellen haben die Olympischen Spiele in ihrem Land kritisiert. So sagt der bekannte Konzeptkünstler Ai WeiWei der ZEIT: "Ich habe künstlerisch auf die Entwicklung des neuen Pekinger Olympiastadions Einfluss genommen, aber von Anfang an gesagt, dass ich mit den Olympischen Spielen nichts zu tun habe. Ich habe dann Selbstzweifel gehabt, denn die Spiele sind natürlich eine große Chance für China. Ich dachte, ich übertreibe mit meinen Bedenken. Aber bei der Eröffnungsfeier fand ich alles viel schlimmer als erwartet".

Der Rockmusiker Cui Jian sagt: "Die Spiele sollten eine Party sein, aber sie sind es nicht. Sie sind nur eine Party für die Partei. Diese Party hat keinen Traum, ihr fehlt die Musik. Es ist nur eine Party, von der wir wissen, dass sie stattfindet, zu der wir aber nicht eingeladen sind. Am 23. August werde ich in Peking ein Konzert geben, um zu feiern, dass die Spiele vorbei sind."

Der Universitätslehrer Wang Hui erklärt zu Olympia: "Aber sonst bin ich sehr pessimistisch, vor allem aufgrund der umweltpolitischen Erfahrung mit den Spielen. Wir hatten sieben Jahre Zeit, Peking umweltgerechter zu gestalten. Es gab dafür ein Versprechen der Führung und ein hohe öffentliche Aufmerksamkeit - und nichts wurde erreicht. Am Ende schaltete man die Fabriken für zwei Monate aus und ließ weniger Autos auf die Straßen. Was bedeutet, dass nachher alles wie vorher sein wird. Das ist eine echte Katastrophe."

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 35 vom 21. August 2008 
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