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Ein Jahr nach dem Einsturz des Kölner Stadt-Archivs: Bruder eines Todesopfers spricht im WDR-Hörfunk über seine Trauer

Köln (ots) - Am morgigen Mittwoch (3. März) jährt sich der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln. Zwei Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, das mutmaßlich durch den unsachgemäßen U-Bahn-Bau verursacht wurde. Die Opfer wohnten in den Nachbargebäuden des Stadtarchivs und wurden vom Einsturz überrascht. Die Feuerwehr fand sie später unter den Trümmern. Zum Jahrestag äußerte sich erstmals der Bruder eines der Getöteten, Tarik El Ghaouti, im Radio-Interview mit der WDR 5-Sendung "Westblick" (17.05-17.55 Uhr) über seine Trauer. Er beklagt sich über die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Behörden - und fordert die Einrichtung einer Organisation ähnlich dem "Weißen Ring", die sich um Verbrechensopfer kümmert: "In solchen schlimmen Fällen ist es vor allem wichtig, das schlimme Ereignis irgendwie einzuordnen. Das war hier für uns überhaupt nicht möglich. Wir haben uns in einer Tretmühle von Fragen befunden. Der Tod von Khalil war kein vorsätzliches Verbrechen. Er war ja kein direktes Verbrechensopfer. Es war auch keine Naturkatastrophe oder ein Verkehrsunfall. Eine Organisation, die in einer solchen Situation Fürsprache übernimmt, gab es leider nicht." Hart geht der Bruder des Getöteten mit den Verursachern des mutmaßlichen Pfuschs beim Bau der Kölner U-Bahn ins Gericht: "Ein Gefühl des Entsetzens einfach, dass Menschen gewissen- und verantwortungslos das Leben anderer Menschen aufs Spiel setzen. Wir alle sind fassungslos, dass allem Anschein nach die KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe), die Stadt Köln und die Baufirmen nicht nur große Lücken in ihrer Aufsicht hatten, sondern dass darüber hinaus Einzelne oder Personengruppen davon wussten und dies womöglich eiskalt eingerechnet haben. Da bleibt einem der Kloß im Halse stecken." HINWEIS für Redaktionen: Das komplette Interview (6'20 Minuten) gab Tarik El Ghaouti dem WDR-Reporter Frank Überall. Das Gespräch steht einer Vereinbarung gemäß für alle Medien online als Pool-Interview zur kostenfreien Nutzung als mp3-Datei unter diesem Link bereit: http://www.stepload.de/uploads/yCr-sJLIGTH6-2KrAcbHhHBK082HxfB56CQceDe4qf/index.html Die Familie bittet dringend um Verständnis dafür, dass sie keine weiteren Medienfragen wünscht. Pressekontakt: Uwe-Jens Lindner WDR Pressestelle Tel. 0221 220 8475 uwe-jens.lindner@wdr.de Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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