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Kauder: Die Verteidigung der Freiheit ist Auftrag des 9. November

Berlin (ots) - Das Unrecht der DDR darf nicht vergessen werden

Am morgigen Sonntag feiert Deutschland den 25. Jahrestag des Mauerfalls. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder:

"Der Mauerfall vor 25 Jahren war der Sieg des Freiheitswillens über die Diktatur. Wir Deutsche können noch heute stolz darauf sein, dass die Menschen in der DDR mit friedlichen Mitteln Stacheldraht, Beton und Schießbefehl überwinden konnten. Der Mensch ist zur Freiheit befreit, heißt es in der Bibel. Die Ostdeutschen haben mit Mut und Verstand dies vor einem Vierteljahrhundert in die Tat umgesetzt.

Der Fall der Mauer und die spätere Einheit unseres Landes haben unsere ganze Nation befreit. Die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte dürfen wir nie vergessen. Mit der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung leistete Deutschland jedoch damals seinen Beitrag, dass in Europa ein Kontinent des Friedens und der Freiheit werden konnte. Die Teilung Europas, die Folge des von Deutschland verursachten 2. Weltkriegs und der unfassbaren Verbrechen der Nazi-Diktatur war, wurde beendet.

Drei Dinge sollten uns für die Zukunft wichtig sein, wenn wir an dieses herausragende Datum der deutschen Geschichte denken:

Das Unrecht, das in der DDR geschah, darf nicht vergessen werden. Wir müssen allen Versuchen widersprechen, dieses Unrecht zu relativieren. Dies sind wir allein den Opfern schuldig. Die DDR ist umfassend gescheitert. Das System, das die SED den Menschen aufgezwungen hat, hat auf ganzer Linie versagt. Das sagt nichts über das Leben der Menschen aus. Einzelne Bereiche herauszupicken, wo der SED-Staat angeblich noch funktioniert habe, ist nichts weiter als ein Bemühen zur Rechtfertigung des Systems insgesamt. Wer dies tut und die DDR auch nicht als Unrechtsstaat bezeichnen möchte, kann auch heute kein Partner sein, mit dem demokratische Parteien in unserem Land regieren können.

Bei der Vollendung der deutschen Einheit sind wir als Nation weit gekommen. Helmut Kohl hatte nach dem Fall der Mauer das kleine geschichtliche Fenster, das sich auftat, genutzt, um die Zustimmung der Siegermächte und unserer Partner in Europa, allen voran auch unserer polnischen Nachbarn, zur Wiedervereinigung zu erlangen. Andere hatten vor ihm ihren Beitrag zur Überwindung der deutschen Teilung geleistet. Das Zusammenwachsen des Landes war dann aber vor allem eine Leistung aller Deutschen. Es war ein Kraftakt der ganzen Nation. Die Angleichung der Lebensverhältnisse im ganzen Land sollten wir als dauerende Aufgabe verstehen. Über eines können wir aber heute besonders froh sein: Die Mauer in den Köpfen, über die lange so viel gesprochen wurde, verschwindet immer mehr.

Deutschland hat sich mit dem Fall der Mauer unter die Nationen eingereiht, die ihr Recht auf Selbstbestimmung verwirklicht haben. Dieses Recht steht auch anderen Völkern zu. Gerade nach der Erfahrung der Wiedervereinigung muss Deutschland diese Nationen unterstützen. Freiheit ist aber vor allem immer die Freiheit des Einzelnen. Wo dieses Recht auf der Welt bedroht ist, muss sich unser Land an die Seite der Menschen stellen und die Menschenrechte verteidigen."

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