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Breuer: Scharping hat ein schlechtes Gewissen bei Uranmunition

    Berlin (ots) - Zur Reaktion des Verteidigungsministers auf die
aktuelle Diskussion um potentielle Gefahren für die deutschen
Soldaten durch uranabgereicherte Munition erklärt der
verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Paul
Breuer MdB:
    
    Die Reaktion des Verteidigungsministers auf die aktuelle
Diskussion um potentielle Gefahren für deutsche Soldaten im Kosovo
durch uranabgereicherte Munition ist widersprüchlich und zeigt
Scharpings schlechtes Gewissen.
    
    Noch während des Kosovo-Krieges hat Scharping erklärt, die
Freisetzung von Strahlung durch die Uranmunition liege weit unterhalb
der natürlichen Strahlung. Andererseits fordert er nun quasi ein
Verbot dieser Munition. Auch die Tatsache, dass der im letzten Jahr
mehrfach bereits für Ende Juli 2000 angekündigte Zwischenbericht über
die Untersuchung deutscher Soldaten nur auf nachdrückliches
Insistieren erst letzte Woche zur Verfügung gestellt wurde, spricht
für sich.
    
    Zwar bestätigen die im Bericht genannten Untersuchungswerte, dass
die bisherigen Untersuchungen auf Uran-Ausscheidung im Urin bei
keinem der untersuchten Probanden einen Hinweis auf eine
Körperaufnahme von abgereichertem Uran geben. Das darf aber nicht zu
dem allgemeinen Schluss führen, dass es keine relevanten Auswirkungen
dieser Munition geben könne. Von ca. 60.000 Soldaten, die bisher auf
dem Balkan eingesetzt waren, sind nur 118 Soldaten getestet worden.
    
    Es ist eine verbreitete Auffassung in der Wissenschaft, dass auch
über uranhaltige Teile in der Luft, z.B. über Staub, Gefahren durch
Munitionsteile und -reste für Menschen entstehen können. Deshalb
sollten auch die Lunge und andere Organe bei den eingesetzten
Soldaten auf mögliche Schädigungen untersucht werden. Eine zentrale
Erfassung der Leukämie-Erkrankungen bei der Bundeswehr hat bisher
nicht stattgefunden. Sie wird erst jetzt in Gang gesetzt. Auch dabei
zeigt sich das schlechte Gewissen Scharpings, der sich seit 10 Tagen
der aufkommenden Diskussion verweigert hat.
    
    Eine sorgfältige Untersuchung erfordert auch, dass die im
zitierten Zwischenbericht des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und
Gesundheit dringend angeratenen Boden- und Gewässerproben genommen
und schnellstens analysiert werden. Andere Länder, wie z.B. Portugal,
haben längst Expertenteams in das ehemalige Jugoslawien entsandt.
    
    Es muss jetzt unverzüglich alles getan werden, um den Sachverhalt
aufzuklären. Nur so können die Soldaten der Bundeswehr vor
Gesundheitsschäden geschützt und den berechtigten Sorgen auch ihrer
Familien Rechnung getragen werden.
    
    Die im Verteidigungsministerium vorliegenden Daten müssen
schnellstens dem Deutschen Bundestag vorgelegt und die von uns
gestellten Fragen beantwortet werden. Im Interesse unserer Soldaten
fordere ich, dass mir die Antworten noch vor der Sitzung des
Verteidigungsausschusses in der nächsten Woche gegeben werden. Dazu
gehören auch Antworten zur Kooperation in der Nato und die Ergebnisse
des Erkenntnisaustausches mit unseren Nato-Partnern.
    
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