CDU/CSU - Bundestagsfraktion

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Kansy: Stadtschloss-Kommission ohne Unionsfraktion ist mehr als eine Dummheit

Berlin (ots) - Zur Einsetzung einer Experten-Kommission zur Frage des Wiederaufbaus des Berliner Stadtschlosses erklärt der baupolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Dietmar Kansy MdB: Es ist schon viel gesagt und viel geschrieben worden, Pro und Contra Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, teils in Respekt vor der anderen Meinung, teils hochnäsig mit Unfehlbarkeitsanspruch (zum Beispiel Befürworter des Wiederaufbaus in die Walt-Disney-Welt stellend oder diejenigen mit Totschlagargumenten wie "Bilderstürmer" zu bezeichnen, die der Wiederherstellung des Palastes der Republik skeptisch gegenüber stehen). Deswegen meine Bitte an die Fachleute aus dem Bereichen Denkmalspflege, Städtebau und Architektur: Natürlich braucht die Gesellschaft Ihren Rat - die zwischen der Bundesregierung und dem Berliner Senat vereinbarte Bildung einer Expertenkommission zeigt dies deutlich. Dennoch sollte man die Meinung von Millionen Nicht-Fachleuten nicht einfach zur Seite schieben. Was für konservative Denkmalschützer - ich meine das hier nicht parteipolitisch - Todsünden sind, ist für viele Millionen Menschen ein Grund zur Freude: zum Beispiel das Knochenhauer-Amtshaus in Hildesheim, das auch schon völlig verschwunden war, die Wiederherstellung des städtebaulichen Ensembles in Münster, das Leibnizhaus in Hannover, der Frankfurter Römer, das Goethehaus und vieles andere. Die CDU/CSU-Fraktion plädiert für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, weil es nach unserer Auffassung ein bedeutendes Zeugnis nicht nur der Berliner und der preußischen, sondern der gesamten deutschen Geschichte ist. Dies mag in manchen deutschen "political-correctness-Ohren" vielleicht anstößig klingen, weder in Warschau noch in Paris würde es so sein. Der städtebauliche Ideenwettbewerb Spreeinsel hat gezeigt, dass bei allem Respekt vor moderner Stadtplanung und moderner Architektur diese entsetzliche städtebauliche Wunde, die die Kommunisten 1950 zur Schaffung eines Paradeplatzes der Berliner Mitte schlugen, am besten durch die Kubatur des alten Schlosses geheilt werden kann. Bietet es sich nicht somit geradezu an, wenigstens die historischen Fassaden weitgehend wieder herzustellen? Das klassische Berlin westlich und nördlich des Stadtschlossareals ist in DDR-Zeiten in erheblichem Umfang rekonstruiert worden: Gendarmenmarkt, Forum Friedericianum, Museumsinsel, der Bereich Singakademie, Neue Wache und Zeughaus. Wie das Kronprinzenpalais, die Staatsoper oder die Hedwigskathedrale waren sie im Gegensatz zum Stadtschloss nicht völlig aus dem Stadtbild verschwunden, aber sind es nicht im Sinne konservativer Denkmalspflege auch "nur" Kopien? Nachdem die Wiederherstellung der Schinkelschen Bauakademie und des Kommandantenhauses dieses Ensemble komplettieren wird: warum befürworten einige Kritiker des Stadtschloss-Wiederaufbaus den Wiederaufbau der Bauakademie, die auch völlig verschwunden war? Bleibt die Diskussion über die Nutzung oder über die Aufgabe. Es wird argumentiert, der Wiederaufbau leite sich aus keiner realen Aufgabe her und sei deswegen abzulehnen. Für uns setzt der Wiederaufbau ein Nutzungskonzept und eine gestalterische Lösung voraus, die der überragenden Bedeutung des Areals und dem großen öffentlichen Interesse an seiner Gestaltung gerecht wird. Finanzierungsmodelle unter wesentlicher Beteiligung privaten Engagements sind unverzichtbar, müssen aber eine maßgeblich öffentliche Nutzung ermöglichen, zum Beispiel - aber nicht zwangsläufig - entsprechend den Vorschlägen des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Deutsche Bundestag ist zu Recht maßgeblich an der Zukunft des Stadtschlosses beteiligt. Nun hat es die rot-grüne Koalition für richtig befunden, dass für den Bund in dieser Kommission nicht nur zwei SPD-Bundesminister und der sozialdemokratische Bundestagspräsident, sondern auch noch eine weitere Koalitionsabgeordnete der Grünen sind. Dazu kommen die SPD-Ex-MdB's Peter Conradi und Thomas Krüger. Das ist keine seriöse Behandlung der Opposition, die früher als Regierungsfraktion in allen vergleichbaren Fällen immer dafür gesorgt hat, dass mindestens ein Oppositionsabgeordneter (meistens war es Peter Conradi) beteiligt war. Das erleichtert Diskussion und Akzeptanz. Was Rot-Grün jetzt macht, ist deshalb nicht nur engstirnig, sondern dumm. ots Originaltext: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Pressestelle Tel.: (030) 227-52360 Fax: (030) 227-56660 Internet: http://www.cducsu.bundestag.de E -Mail: fraktion@CDUCSU.Bundestag.de Original-Content von: CDU/CSU - Bundestagsfraktion, übermittelt durch news aktuell

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