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Patentwesen in der Krise: Wem gehört das Wissen?
Software-Patente beschäftigen die Gerichte

Hannover (ots) - Anders als in den USA sind Computerprogramme und rechnergestützte Methoden des E-Commerce wie Amazons berüchtigtes Ein-Klick-Patent in Europa bisher nicht patentfähig. Nun soll der gewerbliche Rechtsschutz ausgedehnt werden. Doch der aktuelle Streit um Patente auf Software- und Geschäftsmethoden ist nur die Spitze eines Eisbergs, so das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 17/2001. Immer mehr Unternehmen reklamieren mit Hilfe des staatlich garantierten Monopolschutzes das Eigentum am zentralen Rohstoff der Informationsökonomie: Ideen, Erfindungen und Innovationen. Als Folge steckt das Patentwesen weltweit in der Krise: ausufernde Ansprüche, sinkende Qualität, unterbesetzte Patentämter, überforderte Prüfer und eine steigende Zahl gerichtlich ausgetragener Patentstreitigkeiten. Ausgangspunkt sind die USA, wo mittlerweile jede Trivialität Erfindungsschutz beanspruchen kann. Die Zahl der Patentanwälte wächst schneller als die Forschungs- und Entwicklungsausgaben, denn der Wettbewerb verlagert sich zunehmend in den Gerichtssaal. Verbraucher zahlen die Zeche für den Kampf ums geistige Eigentum gleich doppelt: für den Unterhalt des Rechtssystems und in Gestalt höherer Produktpreise. Die Firmen haben sich tief verstrickt und treiben den gewerblichen Rechtsschutz in die Zerreißprobe. Der UMTS-Übertragungsstandard im Mobilfunk beispielsweise ist mit 1150 Patenten belegt. Allein die Lizenzkosten machen etwa ein Drittel der 6 bis 8 Milliarden Mark zum Aufbau des landesweiten UMTS-Netzes in Deutschland aus. Die Ausweitung der Patente ist ein Schritt zur Umsetzung des TRIPS-Abkommens von 1994, einem Anhang zur Charta der Welthandelsorganisation (WTO). In dem internationalen "Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums" haben sich die WTO-Mitglieder auch zur "Harmonisierung" ihres nationalen Patentrechts verpflichtet. (jk) Titelbild c't 17/2001: www.heise.de/ presseinfo/bilder/ct/01/ct172001.jpg Aktuelle Meldungen aus dem Heise-Verlag finden Sie unter http://www.heise.de/presseinfo Unter http://www.heise.de/presseinfo/mail.shtml können Sie sich für den Mail-Service anmelden. Dann erhalten Sie automatisch jede neue Pressemitteilung aus dem Verlag Heinz Heise per E-Mail. ots Originaltext: c't Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Pressekontakt: Ihr Ansprechpartner für Rückfragen: Erik Hoerschelmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Telefon: 05 11/53 52-141 Fax: 05 11/53 52-563 E-Mail: eh@presse.heise.de Original-Content von: c't, übermittelt durch news aktuell

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