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Dateien tauschen in Peer-to-Peer-Netzen
Napsters Erben stehen bereit

    Hannover (ots) - Während Napster vor Gericht noch um seine Zukunft
kämpft, treten aus dem Schatten der populären Musiktauschbörse
bereits ähnlich konzipierte Netze heraus. Dezentrale Netzstrukturen
schützen dabei oftmals vor Kontrolle der Inhalte, schreibt das
Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 06/01.
    
    "Auch wenn die Musikindustrie das jüngste Urteil gegen Napster als
großen Sieg feiert - gewonnen hat sie höchstens eine Atempause,"
resümiert das c't-Magazin die Entwicklungen an amerikanischen
Gerichten. Längst haben sich Alternativen zum MP3-Tausch über Napster
etabliert. Durch dezentrale Netzstrukturen sind sie teilweise sogar
gegen Kontrollmaßnahmen geschützt.
    
    Napster-ähnliche Netze wie AudioGalaxy oder das eigentlich viel
ältere Filetopia aus Spanien arbeiten mit zentralen Servern, auf
denen die einzelnen Dateinamen gespeichert sind. Dezentrale Netze wie
Gnutella oder das Freenet-Projekt setzen darauf, dass eine Anfrage im
gesamten Netz verteilt wird, bis sich jemand findet, der die Datei
zur Verfügung stellen kann. Während Napster und ähnliche Netze sich
durch Ausschalten der Index-Server problemlos lahm legen lassen, ist
es kaum möglich, das Angebot jedes einzelnen Tauschteilnehmers
einfach abzustellen. Dezentrale Netze haben aber auch Nachteile: Im
Sommer 2000 brach das Gnutella-Netz unter dem Ansturm der Nutzer
zusammen.
    
    Ausgeprägt anonyme Tauschvorgänge zeichnen das Freenet-Projekt
aus. Wie bei Gnutella werden hier nicht nur MP3-Dateien, sondern auch
jegliche andere Formate hin und her getauscht. Die gleiche Vielfalt
bietet auch der freie Napster-Server OpenNap. Damit kann jeder einen
Napster-kompatiblen Index-Server betreiben, wodurch statt eines
zentralen Index gleich eine ganze Reihe solcher Listen durchsucht
werden.
    
    Sicherlich werden in Zukunft unterschiedliche Tauschbörsen
bestehen bleiben. "An den dezentralen Netzstrukturen könnte sich die
Musikindustrie die Zähne ausbeißen", so c't-Experte Oliver Diedrich.
    
    Titelbild c't 06/2001:
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    Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von c't-Redakteur
Dr. Oliver Diedrich sind unter 0 51 39/999 250 beim
c't-Hörfunk-Service abrufbar. Als MP3-Dateien liegt das Angebot unter
www.radioservice.de auch zum Download bereit.                
    
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