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DBB Tarifunion fordert 4 Prozent
Dera: "Uns treibt kein schlechtes Gewissen um"

    Stuttgart (ots) - Der Vorsitzende und Delegationsleiter der DBB
Tarifunion, Robert Dera, hat am Mittwoch in Stuttgart gegenüber den
Verhandlungsführern von Bund, Ländern und Gemeinden eine
Einkommenssteigerung von vier Prozent für die rund 3,2 Millionen
Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst und die sofortige
Angleichung der Bezüge in den neuen Ländern an 100 Prozent des
Westniveaus gefordert. "Uns treibt kein schlechtes Gewissen um und
wir sehen uns auch nicht als Totengräber der öffentlichen Kassen,"
erklärte Robert Dera. Vielmehr gehe es für die Beschäftigten um eine
"angemessene Teilhabe am Wirtschaftswachstum unseres Landes". Auch
bei der Ostangleichung stehe nicht die Durchsetzung von
Einzelinteressen, sondern die Lösung eines gesamtgesellschaftlichen
Problems im Vordergrund. Robert Dera erinnerte daran, dass die SPD in
ihrem Wahlprogramm 1998 die Überwindung des sozialen Grabens zwischen
Ost und West zu einem der Hauptziele ihrer Regierungsarbeit erklärt
habe: "Diesen Graben zuschütten zu wollen, ohne dabei die Löhne und
Gehälter anzugleichen, ähnelt dem Versuch, sich zu waschen, ohne sich
naß machen zu wollen."
    
    Robert Dera verwies zudem auf die äußerst bescheidenen
Tarifabschlüsse der letzten Jahre und den anhaltenden Stellenabbau im
öffentlichen Dienst. Seit 1996, so der Vorsitzende der DBB
Tarifunion, seien bei Bund, Ländern und Kommunen über 280 000
Arbeitsplätze gestrichen worden. Der Präsident der Bundesanstalt für
Arbeit habe diesen Stellenabbau als Hauptursache für die nicht
ausreichende Veränderung bei den Arbeitslosenzahlen in Deutschland
bezeichnet.
    
    Das Forderungsvolumen der DBB Tarifunion, die rund 400 000
Mitglieder vertritt, schließt Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung
sowie zur Entlastung des Arbeitsmarktes ein. Mit Hilfe einer
Altersteilzeit für Teilzeitbeschäftigte oder der Bereitstellung
zusätzlicher Ausbildungsplätze - auch über den eigenen Bedarf hinaus
- ließe sich vor allem die Situation für Berufseinsteiger verbessern.
Der Staat, so Robert Dera, "muß deutlich machen, dass er selbst
gewillt ist, seinen Teil beizutragen, um dem Problem der
Jugendarbeitslosigkeit Herr zu werden. Sich hier hinter dem Hinweis
knapper Finanzen zu verbergen, können wir nicht gelten lassen."
    
ots Originaltext: Deutscher Beamtenbund
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