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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu NRW-Zentralabitur

    Köln (ots) - Prüfung der Prüfer

    RAIMUND NEUSS zum Zentralabitur

    Alle Achtung: Mit beispiello sem Aufwand hat sich das Land NRW darum bemüht, die Aufgabenstellung für das Zen tralabitur in diesem Jahr nach allen Seiten hin abzusichern. Das Zentralabitur wird zur gi gantischen Prüfung für die Prü fer. Welche Note die 285 Da men und Herren verdienen, werden wir erst im Juni wissen: Dass nach intensiver Begutach tung keine "dicken Hunde" mehr in den Abiturfragen ver steckt sind, wollen wir hoffen. Aber wer kann ernsthaft aus schließen, dass einzelne Aufga ben von unerwartet vielen Prüf lingen als zu schwer empfun den werden?

    Unvergessen ist das "Oktaeder des Grauens", eine Matheauf gabe von 2008, die prinzipiell lösbar war, aber allzu viele Abi turienten überforderte. Gegner des Zentralabiturs haben das "Oktaeder" und andere Zwei felsfälle lustvoll aufgegriffen, um Stimmung gegen die Schul ministerin zu machen.

    Barbara Sommers Kritikern sei die Frage entgegenge halten: Wer hat sich denn frü her für die Qualität von Abitur aufgaben interessiert? Es war ein offenes Geheimnis, dass deren Schwierigkeitsgrad vom Anspruch einzelner Schulen abhing. Was zu dem damals nicht belegbaren, aber auch nicht auszuräumenden Ver dacht beitrug, dass es an Schu le A für eine ähnlich gute Leis tung weniger Punkte gab als an Schule B. Eine landesweite Dis kussion über den Anspruch des Abiturs ist erst durchs Zentral abitur möglich geworden. Denn erst durch diese Reform wird die Leistung von Schülern und Schulen wenigstens bei schriftlichen Abschlussarbeiten vergleichbar. Das ist nicht für jeden angenehm.

    In der Vergangenheit zeigte sich etwa eine große Differenz zwischen Prüfungsnoten und zuvor attestierten Leistungen an vielen Gesamtschulen. So mancher, der damals auf Som mer eindrosch, wollte die dorti gen Probleme nicht wahrha ben. Die Ministerin, die im Streit um Abi-Pannen anfangs sicher nicht die beste Figur machte, befasst sich nun richti gerweise mit beiden Themen: Mit der Qualität der Abiturauf gaben - aber auch mit der Qua lität etlicher Schulen.

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