ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Rabatt auf Festbetragsarzneimittel
BPI-Vorschlag völlig unbrauchbar

    Eschborn (ots) - Als unausgegoren und nicht umsetzbar wies der
Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Hermann Stefan
Keller den Vorschlag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen
Industrie (BPI) zurück, einen zeitlich befristeten Rabatt von drei
Prozent auch auf Festbetragsarzneimittel zu gewähren, um so die
sogenannte Arzneimittelauswahl durch Apotheker zu verhindern. Den
Apothekenrechenzentren, die der BPI ohne Absprache mit dem DAV als
Umsetzer dieses Vorschlages ins Gespräch gebracht hatte, würde ein
enormer Verwaltungsaufwand aufgebürdet, der die angekündigten
Einsparungen zu großen Teilen wieder aufbrauchen würde. Zudem sei
durch die Befristung des Vorschlages auf zwei Jahre wieder einmal nur
eine kurzfristige Kosteneinsparung möglich. Die Aut-idem-Regelung,
nach der der Apotheker bei wirkstoffgleichen Arzneimitteln dazu
verpflichtet werden soll, kostengünstige Präparate auszuwählen, sei
dagegen eine langfristig angelegte strukturelle Maßnahme, die zu
dauerhaften Einsparungen der gesetzlichen Krankenkassen führe.
    
    "Ich bin schon mehr als befremdet", meinte Keller, "dass der BPI
diesen Vorschlag einbringt, ohne vorab mit den Apothekern gesprochen
zu haben. Würden die Apothekenrechenzentren in der vom BPI
angedachten Weise tätig, müssten sie alle Hersteller von
Festbetragsarzneimitteln permanent über die durch Apotheken zu Lasten
der Krankenkassen abgegebenen Produkte aus ihrem jeweiligen Bereich
informieren. Dies würde nicht nur Verwaltungskosten im dreistelligen
Millionenbereich nach sich führen, sondern sei auch auf keinen Fall
bis zum Jahreswechsel umsetzbar. "Angesichts des Sonderopfers, das
den Apotheken durch die Erhöhung des Kassenabschlages von fünf auf
sechs Prozent zusätzlich zu allen anderen Maßnahmen des
Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetzes aufgebürdet werden, grenzt
es schon an Unverschämtheit, den Apotheken über ihre Rechenzentren
weitere Lasten zuzumuten." Keller zeigte überhaupt kein Verständnis
dafür, dass die Industrie unter anderem deswegen gegen die
Aut-idem-Regelung protestiere, weil sie dann ihre
Vertriebsaktivitäten nicht mehr nur auf die Ärzte, sondern auch auf
die Apotheken ausrichten müsse. "Ich gewinne zunehmend den Eindruck,
dass sich einige Hersteller davor fürchten, ihre
Außendienstmitarbeiter mit der pharmazeutischen Kompetenz der
Apothekerinnen und Apotheker zu konfrontieren."
        
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