Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Zusammenfassung: Deutscher Umweltpreis an Dr. Franz Ehrnsperger, Dr. Wolfgang Feist und Prof. Dr. Hermann Auernhammer

Berlin (ots) - DBU würdigt konsequentes Ökomanagement, Entwicklung der Passivhaustechnik und Engagement für umweltschonende Landwirtschaft Die neuen Träger des Deutschen Umweltpreises "stehen": Aus der Hand von Bundespräsident Johannes Rau werden am 21. Oktober in Freiburg der Öko-Unternehmer Dr. Franz Ehrnsperger (55, Neumarkt) sowie die Wissenschaftler Dr. Wolfgang Feist (47, Darmstadt) und Professor Dr. Hermann Auernhammer (60, Freising) den mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreis Europas der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Empfang nehmen. Die größte Umweltstiftung Europas würdigt damit die Leistungen, die Ehrnsperger für den Aufbau eines ganzheitlichen ökologischen Unternehmenskonzeptes, Feist als Pionier der Passivhausentwicklung und Auernhammer als Wegbereiter einer umweltschonenden Landwirtschaft durch die Nutzung moderner Informationstechnologien erbracht haben, wie DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde heute in Berlin betonte. Vor Journalisten würdigte Brickwedde Prof. Dr. Auernhammer, Fachgebiet Technik im Pflanzenbau des Department für Biogene Rohstoffe und Technologie der Landnutzung der Technische Universität München, als Begründer einer umweltschonenden Landwirtschaft, in der mithilfe moderner Technologie eine auf kleinste Standorte zugeschnittene Unkrautregulation und Düngung möglich geworden sei. Äcker könnten so gezielt und differenziert bewirtschaftet werden, dass Überdüngungen und Nährstoffüberhänge praktisch ausgeschlossen werden könnten. Diese "Präzisions-Landwirtschaft" sei nicht nur wesentliche Grundlage für einen deutlich verbesserten Schutz des Grundwassers. Sie verringere auch die Gefahren für die Artenvielfalt und trage so erheblich zur Umweltentlastung bei. Brickwedde: "Wenn die Landwirtschaft mess- und überprüfbar geworden ist, Standards geschaffen und in die Praxis umgesetzt werden konnten, dann ist das wesentlich Professor Auernhammers Verdienst." Bahnbrechend seien auch die Leistungen von Dr. Franz Ehrnsperger, dem Chef der Neumarkter Lammsbräu in Bayern. Er sei einer der bedeutendsten Pioniere des betrieblichen Umweltmanagements, ein "Musterunternehmer für die Verbindung von Ökonomie und Ökologie", so Brickwedde. Gegen die breite Skepsis zahlreicher Kritiker habe er Ende der 70er Jahre den Ökologiegedanken entwickelt und an ihm festgehalten, ohne sich kurzfristigen Trends oder konventionellem Marktdruck zu beugen. Dabei habe er erst funktionierende Strukturen schaffen müssen, um sein Motto "Das Reinheitsgebot des Bieres beginnt auf dem Acker" umsetzen zu können. Er habe die Bauern in der Region überzeugen müssen, auf den ökologischen Landbau umzusatteln, weil es im ganzen Landkreis Neumarkt zunächst keinen einzigen Öko-Land-wirt gegeben habe. Schließlich habe er Arbeitsplätze geschaffen und zur Strukturverbesserung eines ganzen Landkreises beigetragen. Doch nicht nur die ökologische Produktion von Bier- und Softdrinks sei Ehrnspergers Leistung. Kompromisslos habe er im eigenen Betrieb auch alle anderen Umweltschwachstellen beseitigt. Ob eine Solaranlage für die Mälzerei, umweltfreundliche Kälteanlagen, Wiederverwendung entstehender Abwärme, konsequente Regenwassernutzung, Rückführung der Abfälle aus Hopfen und Malz in die Landwirtschaft, Umstellung des eigenen Fuhrparks auf Pflanzenölbetrieb, Entwicklung eines abfallfreien Bierklärfiltrationsverfahrens oder Verzicht auf überflüssige Reinigungs- und Desinfektionsmittel - dies alles stehe für eine konsequente Selbstverpflichtung auf den Umweltschutz. Aktuelles Projekt sei ein Bierwürzekochverfahren, das gegenüber herkömmlicher Würzekochung 70 Prozent Energie einspare. Damit würden jährlich 50.000 Liter Heizöl eingespart und 150.000 Kilogramm Kohlendioxid-Emission vermieden. Brickwedde: "Der Lammsbräu-Weg ist für die Gesellschaft unumgänglich und beweist, dass Ökologie Langzeitökonomie ist." Meilensteine gesetzt im Umweltschutz in Deutschland habe auch Dr. Wolfgang Feist, Chef des von ihm selbst gegründeten Passivhaus-Instituts (PHI) in Darmstadt. Passivhäuser sind hoch gedämmte Gebäude mit einem jährlichen Heizenergieverbrauch von weniger als 15 Kilowattstunden je Quadratmeter, bei denen auf Heizkörper und das sonst notwendige Wärmeverteilnetz verzichtet werden kann. Feist sei es in über zwanzigjähriger Pionierarbeit gelungen, auf der Basis hervorragender wissenschaftlicher Leistungen die Fachwelt von den ökologischen, ökonomischen, gesundheitsrelevanten und architektonischen Vorteilen der Passivhaustechnik zu überzeugen und dieses Konzept auch am Markt einzuführen. Brickwedde: "Dadurch wurde ein Quantensprung in der Entwicklung energiesparender Gebäude möglich." Das werde um so deutlicher, wenn man wisse, dass in Deutschland die privaten Haushalte 28 Prozent der Gesamtenergie verbrauchten und davon die Raumwärme mit 76 Prozent den Löwenanteil ausmache. Während der Kohlendioxidausstoß in Deutschland seit 1990 insgesamt um 15,5 Prozent habe verringert werden können, sei er bei den privaten Haushalten um sechs Prozent gestiegen. Wenn es Feist dann mit der Passivhaustechnik gelungen sei, den jährlichen Heizenergiebedarf auf weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter zu drücken - was etwa dem Verbrauch von eineinhalb Litern Heizöl entspreche - werde die Leistung noch deutlicher. Gebäude verbrauchten im Mittel mehr als 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, Niedrigenergiehäuser immer noch 30 bis 70. Dass sein Konzept aufgehe und Häuser ohne herkömmliche Heizung auskommen, habe Feist in einem Passivhaus in Darmstadt-Kranichstein, in Passivhaussiedlungen in Wiesbaden und am Kronsberg in Hannover unter Beweis gestellt. Brickwedde: "Nach den Erfahrungen von über 1.000 gebauten Passivhäusern steht fest, dass das Konzept funktioniert und akzeptiert wird. Es ist kein Bautyp, sondern ein Baustandard, der auf praktisch jeden Gebäudetyp anwendbar ist. Der Passivhaus-Standard hat gute Aussichten, der Neubau-Standard der Zukunft zu werden." Hinweis an die Redaktionen: Neben dieser Zusammenfassung beachten Sie bitte auch die drei folgenden Einzelwürdigungen zu Auernhammer, Ehrnsperger und Feist. Texte zu den Stichworten "Passivhaus" und "Präzisions-Landwirtschaft" sowie Fotos der neuen Preisträger finden Sie auf der Homepage der DBU unter www.dbu.de ots Originaltext: Deutsche Bundesstiftung Umwelt Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de PRESSESPRECHER: Franz-Georg Elpers Kontakt: An der Bornau 2 49090 Osnabrück Tel. 0541/9633-521 Fax 0541/9633-198 E-Mail: fg.elpers@dbu.de Original-Content von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), übermittelt durch news aktuell

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