Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Weltpremiere "mirow 21": Ökologische Wohlfühl-Jugendherberge dient auch als Modell für Schule der Zukunft

    Mirow (ots) -
    
    Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert innovative
Jugendherberge in Mecklenburg-Vorpommern mit 2,8 Millionen Mark
    
    In Mirow, im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte, entstand
eine bislang einzigartige außerschulische Freizeit- und
Bildungseinrichtung: die "Ökologische Wohlfühl-Jugendherberge mirow
21". Heute wurde die 140-Betten-Anlage offiziell ihrer Bestimmung
übergeben. Anwesend waren Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister
Prof. Dr. Wolfgang Methling und Fritz Brickwedde, der Generalsekretär
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, die das Projekt
mit 2,8 Millionen Mark unterstützt.
    
    Bereits im Namen komme zum Ausdruck, dass das Bedürfnis von Gästen
und Jugendlichen nach Spaß, Genuss und Wohlfühlen in Übereinstimmung
gebracht werden soll mit dem Anspruch einer nachhaltigen Lebensweise
im Sinne der Agenda 21 (Konferenz von Rio de Janeiro 1992), so
Brickwedde. Der Begriff stehe für das globale Ziel, durch lokales
Handeln ökologische, ökonomische und sozial tragfähige Lebensmodelle
zu entwickeln, die auch für zukünftige Generationen eine Perspektive
bieten.
    
    "In 'mirow 21' können Gäste, Schüler und Lehrer ein in Europa
einzigartiges Modell für eine nachhaltige bzw. zukunftsfähige
Lebensweise kennen lernen", erläuterte Angela Braasch-Eggert, die
stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Jugendherbergswerkes
(DJH). Das Modell basiere auf der Erkenntnis, dass verantwortliches
Umwelt-Handeln eher erreicht werde, wenn Bildungsprozesse mit
positiven emotionalen Erlebnissen wie Spaß und Genuss verbunden und
in einem ökologisch und sozial glaubwürdigen und transparenten
Lernumfeld durchgeführt würden. Mit seinen Seminar- und Gruppenräumen
in Verbindung eines Konzeptes des "Nachhaltig Leben Lernens" dient
"Mirow 21" zugleich als Modell für Schule der Zukunft.
    
    Brickwedde zeigte sich vom Konzept der "ökologischen
Wohlfühl-Jugendherberge" beeindruckt: "Das Geld, das wir in dieses
Projekt investiert haben, erweist sich als gut angelegt." Der DBU sei
sehr daran gelegen, Menschen bereits in jungen Jahren auf die
Notwendigkeit eines umweltgerechten Verhaltens aufmerksam zu machen.
Gerade im Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen müsse
nachhaltiges Denken verankert werden. Denn auch hier gelte, früh
einen lebenslang bewussten Umgang mit der Natur zu erlernen.
"Umweltaspekte spielen im alltäglichen Leben junger Menschen noch
eine untergeordnete Rolle, Beispiele wie das Modell ‚mirow 21'
zeigen, dass es Spaß macht, auch die Freizeit umweltgerecht zu
gestalten", sagte Brickwedde.
    
    Entsprechend versuche das DJH Umwelt-Bildung durch die Einbindung
aktueller Jugendkultur (z. B. Computer, Internet, Fitness)
aufzuwerten und positiv zu besetzen. Dies werde verbunden mit dem
Ansatz des selbstorganisierten Lernens in Kleingruppen zur Förderung
von sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit. Bereits durch die
Architektur sei das Konzept anschaulich und erlebbar. Beim Bau und
bei der Einrichtung sei auf ökologische Baustoffe geachtet worden;
Heizenergie, Warmwasser und Strom würden regenerativ und aus
einheimischen Ressourcen gewonnen (Sonne, Restholz, Rapsöl). Von der
hauseigenen Energiezentrale würden verschiedene Gebäudeteile über ein
computergesteuertes Nahwärmenetz mit Energie versorgt.
DJH-Hauptgeschäftsführer Bernd Dohn: "Im Vergleich mit herkömmlichen
Anlagen wird der Kohlendioxidausstoß um 75 Prozent verringert."
    
    Gleichzeitig seien beim Bau neueste Forschungen zur Wirkung von
Architektur und Einrichtung auf das Wohlbefinden von Jugendlichen
berücksichtigt worden. "Durch die harmonische Kombination von Licht,
Farbe und Formen entstand eine offene, vielfältige und warme
Wohlfühlatmosphäre, die selbst Jugendliche nicht ‚kalt' lässt und die
das Bildungskonzept optimal unterstützt", so DJH-Umweltreferent Bernd
Lampe. Zu diesem ganzheitlichen Konzept trage auch die Verpflegung
bei: Die Küche verwende vornehmlich regionale und ökologisch erzeugte
Produkte. Die Arbeit des Herbergsteams an einer hauseigenen Agenda 21
und die Entwicklung eines regionalen Netzwerkes sicherten den
kontinuierlichen Qualitätsprozess im Sinne einer nachhaltigen
Entwicklung.
    
    Bereits in der achtmonatigen Erprobungsphase sei "mirow 21" auch
international auf große Resonanz gestoßen. Die regelmäßige Befragung
der Gruppen zeige deutlich: Die Gäste sind vom Konzept begeistert.
"Mit 20.000 bis 25.000 Übernachtungen pro Jahr bildet ‚mirow 21' eine
wichtige Säule für den (Jugend-)Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern
und fügt sich auf ideale Weise in das sanfttouristische Konzept des
Nationalparks Müritz ein", sagte Carsten Klehn, Vorsitzender des
DJH-Landes-verbandes Mecklenburg-Vorpommern. Für das DJH ist "mirow
21" zusammen mit weiteren 17 Umweltstudienplätzen bundesweit ein
wichtiger Beitrag zum 2002 anstehenden "Jahr des Internationalen
Ökotourismus".
    
    Neben der Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurde
der Neubau maßgeblich vom Land Mecklenburg-Vorpommern finanziell
unterstützt. Weitere Mittel stellten die Kommune und der Landkreis
zur Verfügung.
    
    Fotos zum Thema finden Sie auf der Homepage der Stiftung unter
www.dbu.de im Bereich Presse
    
    
ots Originaltext: DBU
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