Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Wasserwirtschaft durch kleine und mittlere Unternehmen umweltgerecht gestalten

    Osnabrück/Leipzig (ots) -

    DBU stiftet der Universität Leipzig Professur "Umwelttechnik in der Wasserwirtschaft/Umweltmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen"

    Kleine und mittelständische Unternehmen der Wasserbranche nach dem
Leitbild der Nachhaltigkeit vor allem im Hinblick auf eine
ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft strukturieren und sie damit
für den internationalen Markt konkurrenzfähig machen - dies ist nach
Angaben von Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, vorrangiges Ziel der neuen
Stiftungsprofessur "Umwelttechnik in der Wasserwirtschaft,
Umweltmanagement in kleinen und mittelständischen Unternehmen" an der
Universität Leipzig. "Vor allem der mittelständische Schwerpunkt
dieses Lehrstuhls hat uns zur Förderung in Höhe von 2,3 Millionen
Mark bewogen", erläuterte Brickwedde am Donnerstag bei der Übergabe
des Bewilligungsschreibens an Rektor Professor Dr. Volker Bigl.        
                                                                                                              
        
    "Die Entwicklung der deutschen Wasserwirtschaft ist vorgezeichnet:
Firmen werden sich zu Verbünden zusammenschließen müssen, um
konkurrenzfähig zu werden", sagte Brickwedde. Sie lieferten die
Technik für Pumpen und Leitungssysteme für die Wasserversorgung von
Städten und besäßen dabei hohes umwelttechnisches Wissen. Auch die
Kläranlagen deutscher Anbieter seien weltweit auf dem höchsten
Niveau. Dennoch würden bei internationalen Ausschreibungen häufig
ausländische Anbieter bevorzugt, da sie erheblich billigere Angebote
liefern könnten, bisweilen zu Lasten einer umweltschonenderen
Technik. Der Preis spiele bei solchen Entscheidungen eben eine
größere Rolle als die Umweltfreundlichkeit der angebotenen Technik.

    Die Entwicklung im Bereich Wasserversorgung und Abwasserentsorgung hin zu einer Konzentration von wasserwirtschaftlichen Strukturen solle mithilfe des Lehrstuhls begleitet, bewertet und mitgestaltet werden. Dabei gehe es um die Sicherung der Chancen und Möglichkeiten der kleinen und mittelständischen Unternehmen am internationalen Markt. Es müssten umweltgerechte Lösungen entwickelt werden, die neben dem ökologischen Vorteil auch ökonomisch überzeugten. Hier setze der Lehrstuhl mit seiner interdisziplinären Ausrichtung an: "Der innovative Ansatz dieses neuen Lehrstuhls soll Studenten, Wissenschaftler und vor allem der Praxis eine nachhaltige, umweltorientierte Bewirtschaftung unserer lebenswichtigen Ressource Wasser nahe bringen und überzeugende Lösungsansätze in diesem Sinne mit der Praxis erarbeiten", erläuterte Brickwedde. Die Studenten sollten nach ihrem Abschluss in der Wasserbranche als Multiplikatoren der entwickelten Strategien im Sinne der Nachhaltigkeit handeln.

    Die Stiftungsprofessur in Leipzig sei eine von insgesamt elf Professuren, die mithilfe von Fördergeldern der DBU in Höhe von 27,5 Millionen Mark geschaffen worden seien. Zukünftiger Inhaber des in Leipzig eingerichteten Lehrstuhls sei Professor Dr. Robert Holländer, der 1988 an der Technischen Universität Berlin im Bereich Bauingenieurwesen (Wasserbau) promoviert habe. Der 46-Jährige habe von 1985 bis 1990 das Umweltreferat der Berliner Polizei aufgebaut und sei momentan Referent im Bundesumweltministerium. Hier habe Holländer sich für die Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft eingesetzt, internationale Süßwasserprobleme analysiert und Erfahrung in internationaler Gremienarbeit gesammelt. In dieser Zeit sei es ihm auch gelungen, Kontakte mit der deutschen Wasserindustrie zu knüpfen, die er auch aktiv für seinen Lehrstuhl nutzen wolle.


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