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"ttt- titel thesen temperamente" (MDR) am Sonntag, 7. September 2014, um 23.30 Uhr

München (ots) - Sondersendung von den 71. Filmfestspielen in Venedig

Der Cavaliere und die Cosa Nostra - Berlusconis Verbindungen zur Mafia Gleich zwei Filme in Venedig untersuchen das Verhältnis von Staat und Mafia in Italien, das ewige Miteinander von Politik und organisiertem Verbrechen. Zentrale Figur: Silvio Berlusconi. Sowohl "La Trattativa" (zu deutsch: "Der Pakt") wie auch "Belluscone - una storia siciliana" lassen keinen Zweifel an den Verbindungen des "Cavaliere" zur Cosa Nostra. Die Filme sind sarkastische Abrechnungen mit dem Post-Berlusconi-Italien. Prompt versucht Forza Italia, die Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten, die Veröffentlichung verbieten zu lassen. "Belluscone"- Regisseur Franco Maresco erschien nicht zur Pressekonferenz, obwohl sein Film vom Festival-Publikum frenetisch gefeiert wurde. Autor: Andreas Lueg

"Good Kill" - Töten in guter Absicht? "Good Kill" erzählt die Geschichte des amerikanischen F16-Bomberpiloten Tommy Egan, gespielt von Ethan Hawke, der Kampfeinsätze im Irak und in Afghanistan geflogen ist. Nach einer Umschulung sitzt er in der Wüste von Nevada an einem Joystick und jagt über 7000 Kilometer entfernt Taliban mit einer Drohne. Nach getaner Arbeit, gewissermaßen zum Feierabend seines Kriegseinsatzes, geht er wie jeder andere amerikanische Familienvater nach Hause zu Frau und Kindern. Doch allmählich kommen ihm Zweifel an seinem todbringenden Tagwerk, an seiner Mission. Wie lässt sich das aushalten, jeden Tag von neuem in den Krieg zu ziehen und jeden Abend mit den Kindern zu spielen? Und schafft er nicht mit jedem Drohneneinsatz mehr Terroristen als er töten kann? Ist sein Kampf ein Krieg ohne Ende? "Good Kill" ist eine Geschichte über die tägliche Gegenwart des Krieges. Der Film läuft in Venedig im Wettbewerb. "ttt" hat Ethan Hawke getroffen. Autor: Matthias Morgenthaler

"The Cut" - der Bruch mit einem Tabuthema Als einziger deutscher Beitrag im Wettbewerb ist der Film "The Cut" des Regisseurs Fatih Akin zu sehen. Es ist die dramatische Geschichte eines armenischen Mannes, der den von Türken an den Armeniern begangenen Völkermord in den Jahren 1915/16 überlebt, aber seine Familie und seine Töchter verliert. Sieben Jahre hat Fatih Akin, der in Hamburg lebende Regisseur mit türkischen Wurzeln, an "The Cut" gearbeitet. Er habe diesen Film machen müssen, sagt er, erst recht für ein türkisches Publikum. Der Völkermord an den Armeniern, dem 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen, wird bis heute in der Türkei offiziell als Völkermord verleugnet. Das Thema ist ein Tabu. Fatih Akin erzählt diese Geschichte vom Überleben mit soviel Empathie, als müsse er ganz alleine gegen das Schweigen über das Unrecht an den Armeniern ankommen. Autor: Jens-Uwe Korsowsky

Der letzte Tag im Leben des Pier Paolo Pasolini Was geschah im Leben von Pier Paolo Pasolini kurz vor dessen Tod am 2. November 1975? Bis heute gibt es wilde Spekulationen über jene Nacht in Ostia, in der der italienische Skandal-Regisseur unter - wie es so schön heißt - mysteriösen Umständen ermordet wurde. Der Spielfilm "Pasolini", der in Venedig im Wettbewerb gezeigt wird, rekonstruiert den letzten Tag vor Pasolinis Tod. Max Moor spricht in Venedig mit dem Hauptdarsteller Willem Defoe.

Moderation:	Max Moor
Redaktion:	Jens-Uwe Korsowsky/ Matthias Morgenthaler 

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Agnes Toellner
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