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RNZ: Marktliberal

Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel

Der Höhenflug ist zu Ende, die FDP wieder auf ihr Normalmaß zurückgestutzt. So könnte man das ZDF-Politbarometer lesen. Doch die Umfrage sagt weit mehr über die Liberalen: Die Partei hat in der größten Krise der Nachkriegsgeschichte versagt. Als die Aktienkurse rutschten, der Euro wackelte und Griechenland die Union beinahe mit in den Abgrund gezogen hätte, da haben die Westerwelles und Brüderles Steuersenkungen gepredigt. Zugleich lehnten sie Maßnahmen ab, um den Finanzmarkt zu regulieren. Kurzum: Die FDP hat an ihrer alten Rolle festgehalten - Marktliberale. Das war sogar der Bundekanzlerin zuviel, die lieber ihren Innenminister Thomas de Maizière nach Brüssel schickte um den erkrankten Finanzminister Wolfgang Schäuble zu ersetzen. Dabei wäre unter Ressortaspekten Rainer Brüderle von der FDP der richtige Mann gewesen - als Wirtschaftsminister. Zumindest dem Titel nach. Natürlich wird die FDP nicht bei drei Prozent in der Stimmung verharren. Und sollte diesen Sonntag wirklich gewählt werden, wären vielleicht auch mehr als sechs Prozent drin. Aber die Umfragewähler haben den Erben Genschers einen deutlichen Warnschuss verpasst: Die FDP muss sich programmatisch erneuern.

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