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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Mehdorn

    Heidelberg (ots) - Hartmut Mehdorn, der Mann mit Nerven wie Eisenbahnschienen, hat Pech gehabt. Als beinharter Sanierer, als der ihn Gerhard Schröder an die Spitze eines fast unführbaren, chronisch defizitären Bundesunternehmens geholt hatte, funktionierte er genau so, wie das von ihm erwartet worden war: Tüchtig, erfolgreich, skrupellfrei. Aber die Zeiten, in denen mit guten Bilanzzahlen alle anderen Argumente, die sich auf die weichen Werte eines Unternehmens beziehen, totschlagen ließen, sind gerade zu Ende gegangen. Und deshalb kommt Mehdorn aus dem Skandal einer totalitär anmutenden Betriebsführung auch nicht mehr ungeschoren raus. Er hat sich lange auf seine scheinbare Unentbehrlichkeit verlassen können. Denn das unglückliche Wirken einiger seiner Vorgänger, das dem Bundeshaushalt nur Milliardenschulden eintrug, schreckte die Politik. Aber wir sind gerade auf dem Weg zu einer neuen Wirtschaftskultur, in der gewisse moralische Werte wieder eine Rolle spielen sollen. So jedenfalls tönt es von Müntefering über Merkel bis Köhler. Und in diese Klima passt einer wie Mehdorn genauso wenig hinein wie ein Basta-Kanzler in die Politik von heute.

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