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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Oetker

Bielefeld (ots) - Es gab eine Zeit, und sie begann Ende der sechziger Jahre, da wurde man als politisch bewusster Bürger Ostwestfalens bundesweit immer wieder mit der Frage konfrontiert: Wie hältst du es mit der Kunsthalle und dem Namensstreit? Je weiter man sich von Bielefeld und dem Ende der Nazi-Zeit entfernte, desto unverständlicher erschien es, dass eine Stadt an jemanden in Dankbarkeit erinnerte, der nach 1933 die Nähe zur NSDAP gesucht und dem »Freundeskreis Heinrich Himmler« angehört hat.

Jahrzehntelang war die Tafel mit dem Namen Kaselowsky ein Stein des Anstoßes. Dass die Familie Oetker der Streichung zustimmt, verdient Respekt. Nach der Aufarbeitung der Firmengeschichte durch renommierte Historiker bekennt sie sich erneut zu ihren Verstrickungen im Dritten Reich. Das ist richtig - aber fiel sicher nicht allen leicht.

Richard Kaselowsky machte sich schuldig. Aber er stand bei weitem nicht allein. Die neue Plakette beendet einen Streit - aber nicht die Erinnerung. Wir brauchen weiter Anstöße zu Gedenken und Nachdenken - gegebenenfalls auch in einer Kunsthalle.

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