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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Wahlkampf

    Bielefeld (ots) - Dank dem Hofnarr! Hape Kerkeling kommt im rechten Moment. Ohne seine bräsig breite Einlassung »Issch kandidiere« und die auf vollen Touren laufende Kampagne zwecks Kionokartenverkauf wüssten vermutlich noch weniger Deutsche, dass in gut fünf Wochen Bundestagswahlen stattfinden. Bitter, aber wahr. Zehntausende von parteipolitisch engagierten Bürgern stehen derzeit vornehmlich samstags in den Fußgängerzonen, um die Wähler zu mobilisieren, - und ein anderer Teil der Bevölkerung bekommt überhaupt nicht mit, was im Staat so läuft. Dabei glänzen Studenten und Schüler durch besondere Unkenntnis. Das kann nicht immer nur an Verdrossenheit und vermeintlichen Skandalen raffgieriger Politiker liegen. Ein Gemeinwesen lebt vom Wesen der Gemeinsamkeit. Die scheinbare Tautologie lässt sich auch anders sinnhaft erklären. In einer Gesellschaft, in der alle alles für sich beanspruchen, hapert es gewaltig am Blick für das Ganze. Was bleibt, ist milder Zynismus: Horst Schlämmer bietet eben keine Lösung und jede Gesellschaft bekommt die Politik, die sie nicht verhindert.

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