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Rheinische Post: Unbequemer Tory

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Parteitage bieten die Bühne für die politischen Alpha-Tiere, die sich dem gemeinen Parteivolk als Hoffnungsträger anbieten. Das soll sich hinter dem Leitwolf einreihen - kampfbereit, begeistert und andere begeisternd. Britanniens Oppositionschef David Cameron gilt nicht nur bei den Torys als Mann der Zukunft. Viele Briten sehen den Konservativen als künftigen Regierungschef, der in Zeiten großer wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Weg weist. Insofern war es geschickt von Cameron, in seiner Parteitagsrede weitgehend auf Polemik zu verzichten. Der internationale Finanzcrash verlangt nach beruhigenden Worten, nach Aufklärung und entschlossenem Handeln. Cameron muss der Angst der Menschen Rechnung tragen, sie nicht noch anheizen. Die Regierung Brown hat jede Menge Defizite aufzuweisen. Sie zu benennen, ist für die Opposition ein Genuss. Wegen des Ernstes der Stunde darauf zu verzichten, ist eine Qual. Brown als einstiger Finanzminister und heutiger Premier hat am Finanzdesaster seinen Anteil. Die Kontrollmechanismen am Bankplatz London hätten längst verbessert werden müssen. Cameron sprach wie ein Staatsmann. Er kündigt tiefgreifende Veränderungen an. Er verspricht Unbequemes und keine Salbe für das Holzbein.

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