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WAZ: Normal geworden - Kommentar von Ulrich Reitz

    Essen (ots) - Das Misstrauen gegenüber militärischem Gepränge haben viele von uns Nachgeborenen von ihren Eltern geerbt. Ein guter, demokratischer Reflex gegen obrigkeitsstaatliche, oft gedankenfreie Unterordnung.

      Das spricht aber nicht dagegen, Menschen auszuzeichnen, die nicht
nur als Polizist oder Feuerwehrmann tapfer waren, sondern eben als
Soldat. Unsere Bundeswehr ist eine demokratische Veranstaltung, die
Vorgesetzten befolgen die Grundsätze der inneren Führung. Die Armee
unterliegt der politischen Kontrolle, hat unser Vertrauen verdient.

      Schon heute werden Soldaten im Einsatz gewürdigt, für besondere
Tapferkeit allerdings nicht. Das begreife, wer will. Offenbar hat der
Bundespräsident sich für den behutsamen Weg entschieden, auf die
Einführung eines neuen Ordens zu verzichten. Einem bestehenden Orden
wird eine weitere Stufe hinzugefügt. Mehr nicht.

      Deshalb kehren noch nicht die Preußen zurück, schon gar nicht die
Nazis. Positives auch positiv zu nennen, passt in eine Zeit, in der
internationale Bundeswehr-Einsätze normal geworden sind.

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