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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Ulla Schmidts »Dienstwagenaffäre«

    Bielefeld (ots) - Richtig ist, dass sich der materielle Schaden aus Ulla Schmidts »Dienstwagenaffäre« arg in Grenzen hält. Das Fahrzeug gibt es ohnehin, und der Chauffeur muss auch bezahlt werden, wenn er nicht im Dienst ist. Bleiben die etwa 5000 Kilometer für Berlin-Alicante und zurück. Richtig ist auch, dass ohne den Diebstahl des Wagens kaum jemand Kenntnis von der Spanien-Tour erlangt hätte. Nun aber hat es den Diebstahl gegeben, und Sommerloch sowie Vorwahlkampf verleihen der Sache zusätzliche Brisanz. Das wirklich Schlimme aber ist: Mit ihrem Verhalten gibt Ulla Schmidt dem in der Bevölkerung weit verbreiteten Vorurteil neue Nahrung, nach dem »die Politiker« längst jede Bodenhaftung verloren hätten. Die Gesundheitsministerin - selbst um Spartipps für Ärzte und Krankenkassen nie verlegen - steht im Verdacht, Steuergelder zu verschwenden. Ulla Schmidt wird sich erklären müssen, aber selbst die besten Argumente werden für eine Rechtfertigung kaum reichen. So ist der Flurschaden schon jetzt gewaltig. Das Schlimmste aber wäre, wenn die Ministerin wegen dieser Eselei ihren Hut nehmen müsste. Dafür hätte es nämlich in den vergangenen Jahren viel handfestere politische Gründe gegeben.

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