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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Schwarzarbeit/Minijobs

    Bielefeld (ots) - Wenn ein Politiker der Schwarzarbeit überführt wird oder Unternehmer Personen - meistens aus dem Ausland - beschäftigen, ohne es bei der Kranken- und Rentenversicherung anzumelden, ist der Aufschrei jedes Mal groß. Zu Recht! Denn beides ist illegal. Was aber ist, wenn das Hinterziehen von Sozialversicherungsbeiträgen Volkssport wird? Ein Unrecht wird nicht dadurch Recht, dass die Zahl der Täter besonders groß ist. Konnte man vor Jahren für die Privatleute, die beispielsweise eine Putzhilfe beschäftigen, noch Verständnis haben, weil der bürokratische Aufwand erheblich war, so hat sich dies grundlegend geändert. Zudem hat das Steuerrecht die Mehrkosten reduziert oder sogar in ihr Gegenteil verkehrt. Vielleicht ist das den Arbeitgebern zu wenig bekannt. Wahrscheinlicher aber ist, dass Reinigungskräfte und andere Handwerker selbst darauf bestehen, schwarz abzurechnen. Da geht mancher lieber das Risiko ein, der Hinterziehung überführt zu werden, um nicht als selbst zum Putzeimer greifen zu müssen. Was also tun? Am Wichtigsten ist Aufklärung. Wenn die Frauen - bei den meisten Reinigungskräften handelt es sich um Frauen - wüssten, welche Folgen die Schwarzarbeit außer für die Gesellschaft vor allem für ihre eigene Altersvorsorge hat, würden sie wahrscheinlich viel häufiger auf einen legalen Minijob bestehen.

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