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Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) kommentiert:

    Bielefeld (ots) - Muss das Kind eigentlich immer erst in den Brunnen gefallen sein? Nachdem schon vor zwei Jahren 17 Millionen Kundendaten der Telekom-Tochter T-Mobile verschwunden waren, richtet der Konzern erst jetzt ein Vorstandsressort Datenschutz ein. Das ist ein Fortschritt, aber er kommt reichlich spät. Dabei ist der Umgang mit Daten für ein Telekommunikationsunternehmen das Wichtigste überhaupt. Vergleichbar mit dem sorgsamen Umgang mit Medikamenten im Krankenhaus. In beiden Fällen geht es um Vertrauen: der Kunden zur Telekom und der Patienten zu Ärzten und Schwestern. Die Telekom ist aber erst nach dem Gau aufgewacht und ruft neben dem Vorstandsressort einen Datenschutzrat ins Leben. Beide sollen weitere Pannen verhindern. Die kann sich Konzernchef René Obermann auch gar nicht mehr erlauben, sonst ist er auf seinem Posten nicht mehr zu halten. Der selbsternannte Aufklärer steht unter einem ungeheuren Druck. Nach der Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten ist der Ruf des Unternehmens schwer angeschlagen. Und deshalb darf die Entscheidung vom Freitag nicht nur eine symbolische Geste sein. Sie muss wirken.

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