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"Jud Süss - Ein Film als Verbrechen?" - Horst Königstein verfilmt den aufsehenerregenden Prozess gegen den Regisseur Veit Harlan

      Hamburg (ots) - Axel Milberg und Florian Martens spielen die
Hauptrollen in dem dokumentarischen NDR-Prozessdrama "Jud Süss - Ein
Film als Verbrechen?" nach dem Buch von Horst Königstein und Joachim
Lang. Gedreht wird vom 9. Oktober bis 2. November 2000 in Hamburg.

    Ein Star des "Dritten Reiches" steht 1949 in Hamburg vor Gericht: der Regisseur Veit Harlan. Er ist angeklagt, mit einem Film ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Im Gewand der historischen Erzählung hetzte "Jud Süss", die Geschichte eines Finanzberaters im Feudalismus, perfide gegen die Juden. 20 Millionen Deutsche sahen den Film; für SS-Leute, Polizisten, KZ-Schergen gehörte er zum Pflichtprogramm. Harlan machte Karriere. Nun, vor Gericht, lehnt er jede Verantwortung ab und verweist auf die Macht des diabolischen Drahtziehers Goebbels, des "Schirmherren des deutschen Films".

    Kann man mit einem Spielfilm ein Verbrechen begehen? Wer trägt die Verantwortung für das kollektive Werk? Wo liegt die Grenze zwischen Korruption und legitimer Wahrung des Eigeninteresses, zwischen Feigheit und berechtigter Angst? Wie blind können Menschen sich für die Auswirkungen ihres Tuns stellen, wie gehen sie mit ihrer Schuld um?

    Mit solchen Fragen setzt sich das Doku-Drama auseinander, indem es durch Filmausschnitte, Interviews und Spielszenen den Prozessverlauf und die Entstehung des Films lebendig werden lässt. Es entsteht ein Mosaik widersprüchlicher Perspektiven und Meinungen; eine vielschichtige Studie über die Biegsamkeit des Rückgrats, über moralische Schizophrenien, selbstgebastelte Halbwahrheiten, Zwang und Schuld.

    Neben Axel Milberg (Veit Harlan), Florian Martens (Staatsanwalt Kramer) und Johannes Silberschneider (Goebbels) spielen u.a. Wolf-Dietrich Berg, Siegfried Kernen, Esther Hausmann, Alexandra Henkel und Christoph Bantzer. Die Produktionsleitung hat Reiner Milker, Regie: Horst Königstein, Kamera: Udo Franz, Ton: Peter Techen, Aufnahmeleitung: Thomas Iben, Redaktion: Doris J. Heinze.

    "Jud Süss - Ein Film als Verbrechen?" wird voraussichtlich im
Frühjahr 2001 auf ARTE und im Herbst 2001 im ERSTEN zu sehen sein.
    
ots Originaltext: NDR
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