Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im März 2000
Beschäftigung wächst - Arbeitslosigkeit sinkt
Teil 6 von 8

Nürnberg (ots) - Ende März gab es 191.000 noch offene Ausbildungsplätze, 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist. 226.700 Bewerber waren am Monatsende noch nicht vermittelt, 1 Prozent mehr. Darüber hinaus konnten durch die besonderen Aktivitäten zur Nachvermittlung im Rahmen des Ausbildungskonsenses sowie das Jugendsofortprogramm bis Ende März fast drei Viertel der nicht vermittelten Bewerber des vergangenen Berufsberatungsjahres untergebracht werden. III. Neue Länder Nach wie vor keine Fortschritte am Arbeitsmarkt Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte auch im Januar saisonbereinigt nicht gewachsen sein. Dafür sprechen jedenfalls u.a. die SGB-III-Beitragszahlerstatistik, die Statistik der Pflichtversicherten in der GKV sowie die Beschäftigtenstatistik. Zudem hat die Erwerbstätigkeit wohl weiter deutlich unter dem Vorjahresstand gelegen. Von Einfluss darauf war auch, dass die Zahl der in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen Tätigen um 124.000 kleiner war als ein Jahr zuvor (darunter SAM OfW: -64.000). Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosigkeit im März um 11.000 erhöht, nachdem sie in den Monaten zuvor z.T. deutlich abgenommen hatte (Februar: -3.000; Januar: -12.000; Dezember: -30.000; November: -9.000). Dabei haben zuletzt Veränderungen im Einsatz der Arbeitsmarktpolitik keinen Einfluss gehabt. Allerdings ist der jüngste Anstieg im Zusammenhang mit dem starken Rückgang von Dezember 1999 zu sehen (s.o. Teil I). Darüber hinaus hat wohl auch die anhaltende Schrumpfung der Bauwirtschaft eine Rolle gespielt. Über den Zeitraum November 1999 bis März 2000 hat die Arbeitslosigkeit monatlich um 9.000 abgenommen. Berücksichtigt man für diese Monate Veränderungen in der Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente, dürfte die Arbeitslosigkeit stagniert haben. Dieser Befund hat nicht zuletzt deshalb Gewicht, weil auch im Jahr 2000 Abnahmen des Kräfteangebots tendenziell die Arbeitslosigkeit , aber auch die Stille Reserve, mindern. Das IAB schätzt den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials jahresdurchschnittlich auf rd. 80.000. Dabei spielen neben einer abnehmenden Erwerbsneigung infolge zunehmender Bildungsbeteiligung junger Menschen auch Änderungen der Altersstruktur (demographische Komponente) sowie Wanderungs- und Pendlereffekte eine Rolle. Alles in allem kann also von konjunktureller Besserung noch keine Rede sein. Nicht saisonbereinigt verringerte sich die Arbeitslosigkeit von Februar auf März - aus jahreszeitlichen Gründen - um 29.800 auf 1.450.300. Dieser Rückgang ist wesentlich kleiner als in den letzten Jahren (z.B. März 1999: -50.200; s.o. Teil I). Dementsprechend lag die Arbeitslosigkeit mit 58.600 wieder deutlicher über dem Vorjahresniveau als im Februar (+38.200; Januar: +36.600). Ohne Arbeitsmarktpolitik wäre der Vorjahresabstand noch größer geworden, denn ihr Einsatz wurde im März stärker erhöht als vor einem Jahr. Infolgedessen lag die Entlastung mit rd. -80.000 etwas weniger unter dem Vorjahresniveau als im Februar (-90.000; Januar: -100.000). Die Arbeitslosenquote, auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im März 18,9 Prozent, gegenüber Vorjahr 0,5 Prozentpunkte mehr. Bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen ergibt sich eine Quote von 20,4 Prozent (+0,7 Prozentpunkte). Die Zugänge in Arbeitslosigkeit waren im März weiterhin spürbar kleiner als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn meldeten sich mit 650.300 Personen 39.100 oder 6 Prozent weniger. Dabei waren auch die Zugänge aus Erwerbstätigkeit kleiner (ohne betriebliche/außerbetriebliche Ausbildung: -16.100 oder -4 Prozent auf 366.000). Der Rückgang beruht jeweils etwa zur Hälfte auf weniger Meldungen aus einem regulären, mehr als kurzfristigen, abhängigen Beschäftigungsverhältnis und auf weniger Zugängen nach ABM, und zwar vor allem infolge einer kleineren Zahl beendeter Maßnahmen (-8.800 auf 280.600 bzw. -8.600 auf 38.400). Auch die Zugänge aus einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung nahmen weiter ab (-800 oder -4 Prozent auf 22.100). Dabei beschränkt sich der Rückgang auf Personen, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben (-1.000 auf 14.800), und zwar größtenteils im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung (-800 auf 3.000). Die Arbeitslosmeldungen nach schulischer Ausbildung unterschritten den Vorjahreswert besonders deutlich (-7.500 oder -17 Prozent auf 35.900). Dieses Minus geht etwa zu drei Viertel auf weniger Zugängen nach beruflicher Weiterbildung oder Deutsch-Sprachlehrgängen zurück (-5.400 auf 23.700), und zwar allein wegen weniger Austritten aus entsprechenden Maßnahmen. Aber auch Meldungen von Personen, die noch nie erwerbstätig waren, also vor allem jüngere, nahmen ab (-1.700 auf 3.800). Schließlich gab es weniger Zugänge aus sonstiger Nichterwerbstätigkeit (-14.800 oder -6 Prozent auf 226.300). Die Abnahme entfällt zum weitaus größten Teil auf Menschen, die früher bereits erwerbstätig waren (-13.500 auf 216.700). Wohl vor allem infolge der Aufhebung der Meldepflicht bestimmter Gruppen von Leistungsempfängern (ab 1.8.1999) haben sich die Zugänge nach Meldeversäumnissen mehr als halbiert (-9.700 auf 7.600). - Teil 7 folgt - ots Originaltext: Bundesanstalt für Arbeit Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Bundesanstalt für Arbeit Herr Mann Tel.: 0911/1 79 3055 Herr Dr. Schütz Tel.: (0911) 179 3725 Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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