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Neue Westfälische (Bielefeld): Debatte um Anerkennung der Islam-Verbände Gründliche Prüfung Florian Pfitzner, Düsseldorf

Bielefeld (ots) - In seiner Fraktion hat er sich für die Aussage bereits manch kritisches Wort anhören müssen, und das womöglich mit einiger Berechtigung: Ziel der rot-grünen Landesregierung sei es, bis zum Ende der Legislaturperiode 2017 "einen Landtagsbeschluss zur Anerkennung muslimischer Religionsgemeinschaften herbeizuführen", sagte der ehemalige Integrationsminister Guntram Schneider im Mai ein wenig arglos - obwohl die Angelegenheit überhaupt nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fiel. Es war ein ungeschickter Aussetzer eines manchmal schrulligen Ministers, den sich der Vorsitzende der Grünen nun vornahm. Im Grunde weist Cem Özdemir auf eine Binsenweisheit hin: den Prozess einer gutachterlichen Prüfung abzuwarten, ehe man zu einer politischen Konsequenz gelangt. Was ist bisher geschehen? Eine erste Prüfung im Auftrag der Staatskanzlei ergab, dass die Islamverbände, die dem Beirat angehören, der zum Beispiel für den Islamunterricht herangezogen wird, nach ihrer Satzung die Anforderung einer Religionsgemeinschaft erfüllen. Nun geht es um die inhaltliche Ausrichtung der Verbände. Untersucht werden mögliche staatliche, sprachliche oder politische Einflüsse der Organisationen. Das könnte weitaus interessanter werden als die Sache mit der Bürokratie. In wenigen Monaten sollen die Ergebnisse feststehen. Es wäre im Sinne der Aussprache mit den Islamverbänden, dem Verfahren genug Zeit einzuräumen. Denn eines ist auch klar: Der Islam wäre wohl für einige anfällige Jugendliche schon dann weniger aufregend, wenn er montags früh auf dem Stundenplan stünde.

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