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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Streit um Studiengebühren Voreilig CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - So ist es, wenn Politik nicht danach entscheidet, was sachlich geboten ist, sondern auf billige Wahlsiege schielt. Es war ein Fehler bundesweit, aber letztlich auch von Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen, die Studiengebühren voreilig wieder abzuschaffen. Jetzt mogelt sich die Landesregierung mit nicht völlig gehaltenen Versprechen durch. Zum Schaden der Hochschulen im Land und zum Schaden der Studierenden. Denn die derzeitige Finanzierung ist nicht verlässlich, wird nicht den wachsenden Anforderungen und gestiegenen Studierendenzahlen gerecht. Sie ist kein Ersatz für die gestrichene Studiengebühr. Es war voreilig, sie abzuschaffen. Statt dessen hätte man sie intelligenter ausgestalten müssen. Steigende Zahlen von Studierenden hatten immerhin automatisch der entsprechenden Universität oder Fachhochschule mehr Geld gebracht. Ein Teil dieses Geldes hätte in einen Fonds eingezahlt werden können, um junge Menschen zu unterstützen, die aus weniger gut betuchten Elternhäusern kommen. Dann wäre das Argument der Sozialauswahl durch die Hintertür nicht mehr schlagkräftig. Denn es ist ja richtig, dass die Gebühr niemanden, der intellektuell dazu in der Lage ist, vom Studium abhalten darf. Jetzt ist neues Nachdenken gefragt.

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