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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: NATO-Tagung Gipfel mit Fragezeichen Knut Pries, Newport

Bielefeld (ots) - Eigentlich komme dieser Gipfel zu früh, hatte es vorher in der NATO-Zentrale geheißen. Die Lage im Krieg um die Ostukraine ändere sich Tag für Tag, Wladimir Putin schlage einen Haken nach dem anderen. Wie solle da eine grundsätzliche Neuausrichtung des Verhältnisses zu Moskau gelingen? Klar ist, dass zwischen dem Westen und seiner Militärabteilung NATO einerseits, dem großen Reich im Osten andererseits nichts mehr ist, wie es war. Oder wie es zu sein schien? Da fangen die Ungewissheiten schon an. In den Staaten des einstigen Sowjetblocks halten es viele für frommen Selbstbetrug, dass die NATO das postkommunistische Russland seit fast zwei Jahrzehnten offiziell als "Partner" führte. Weiter westlich reimt man sich die Entwicklung umgekehrt zusammen: Eine Vielzahl von unrealistischen und folgerichtig enttäuschten Erwartungen der abgesackten Großmacht, gepaart mit einem ins Kraut schießenden Ehrgeiz des Kremlfürsten Putin habe die Sache kippen lassen. Russland ist für die NATO also der "Momentan nicht mehr, einst vielleicht wieder"-Partner. Es bleibt, wie die Erzpragmatikerin Merkel sagt, der große Nachbar, den man nicht los wird. Ein Nachbar mit zwei Kursoptionen: autoritär-konfrontativ oder demokratisch-kooperativ. Gegen Option eins muss man sich wappnen, Option zwei möglichst lohnend gestalten.

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