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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Trickreiche Ferienverlängerung Schlechtes Vorbild Hubertus Gärtner

Bielefeld (ots) - Mit den Sommerferien beginnt für viele Familien in Nordrhein-Westfalen heute die schönste Zeit des Jahres. Endlich können sie mal gemeinsam ausspannen und die Sorgen des Alltags weitgehend vergessen. Leider ziehen pünktlich zum Urlaubsbeginn aber auch überall die Preise an. Hotels und Pensionen werden teurer, auch für Flugreisen und fürs Tanken muss deutlich mehr Geld auf den Tisch gelegt werden. Eigentlich ist das ungerecht. Denn Eltern mit schulpflichtigen Kindern werden auf diese Weise bestraft - mindestens werden sie gegenüber anderen benachteiligt. Auf den ersten Blick ist es deshalb verständlich, wenn Familien einige Tage früher ins Vergnügen starten wollen. Sie stehen dann nicht im Stau und sparen auch noch viel Geld, wenn sie ihre Kinder ein paar Tage eher "aus der Schule nehmen". Das geschieht zwar nicht flächendeckend. Aber während an normalen Schultagen die Quote der Krankmeldungen bei zwei bis drei Prozent liegt, schnellt die Zahl vor und nach den Ferien plötzlich auf das Doppelte hoch. Viele Schulleiter, auch solche aus der Region, wissen von fadenscheinigen Entschuldigungen oder sogar fragwürdigen ärztlichen Attesten zu berichten, die ihnen bei vorzeitigem Ferienbeginn schon mal präsentiert wurden. Seltsame Ausreden, wie jene von der "kranken Oma im Ausland" die es dringend zu besuchen gelte, müssen manchmal ebenfalls als Begründung herhalten. Einige Eltern denken, dass es sich bei der ertricksten "Ferienverlängerung" um ein Kavaliersdelikt handelt, weil in der Schule ja ohnehin nicht mehr viel passiere. Aber sie sind im Irrtum. Die Schulpflicht gilt bis zum letzten Schultag - und wer die Vorschrift unterläuft, riskiert ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro. Die meisten Schulleitungen suchen zunächst den Dialog, um solche Sanktionen zu vermeiden. Das ist gut so. Trotzdem: Vorsätzliche "Ferienverlängerer" müssen zur Kasse gebeten werden. Solche Eltern sind kein gutes Vorbild. Wenn alle ihrem Beispiel folgten, wäre der Schulbetrieb nicht mehr aufrechtzuerhalten. Es gäbe bald nur noch Ferien.

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