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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar zum Thema Umweltminister Röttgen in Gorleben Verpasster Dialog NICOLE HILLE-PRIEBE

Bielefeld (ots) - Als die niedersächsische Landesregierung unter Ernst Albrecht (CDU) 1977 beschloss, in Gorleben ein nukleares Entsorgungszentrum zu gründen, war Norbert Röttgen gerade zwölf. Als er Abitur machte, hatten die Erkundungen des Salzstocks bereits begonnen. Gorleben war entschiedene Sache, ungeachtet aller Proteste, Blockaden und bäuerlichen Widerstände. Das Dialogangebot des CDU-Umweltministers kommt 33 Jahre zu spät und ist so unglaubwürdig, dass die Gegner es ausschlagen. Gorleben war und ist eine politische Entscheidung - und von einer sachgerechten, wissenschaftlich fundierten Standortsuche weit entfernt. Ein Untersuchungsausschuss versucht zurzeit zu prüfen, wie und warum der unterirdische Salzstock zum geeigneten Endlager erklärt werden konnte. Dazu braucht man die alten Akten, aber die will ausgerechnet Umweltminister Röttgen nicht rausrücken. Von wegen Dialog. In Gorleben links reden und in Berlin rechts abbiegen: Auch Koalitionsabgeordnete wie die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Maria Flachsbarth (CDU), richten mittlerweile schwere Vorwürfe an den Atomkurs der Bundesregierung - an eine Kanzlerin, die mit den Atombossen schmust, und einen Umweltminister, der Nachhilfe in parlamentarischer Demokratie braucht.

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