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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTARE Die Affäre Sarrazin Goldenes Feuerzeug NICOLE HILLE-PRIEBE

Bielefeld (ots) - Das halte ich schon aus", wird sich Christian Wulff (CDU) gedacht haben, als er dabei half, Thilo Sarrazins (SPD) Abschied aus der Bundesbank zu beschleunigen. Eine um 1.000 Euro höhere Pension darf der umstrittene Politiker nun einstreichen - da wird einem Brandstifter doch glatt noch ein goldenes Feuerzeug in die Tasche gesteckt. Für den Bundespräsidenten ist die Empörung der Opposition das kleinere Übel. Denn im Gegensatz zur SPD ist er das Problem nicht nur ziemlich schnell losgeworden, sondern auch wird in den eigenen Reihen schon als "Brückenbauer" gefeiert. Die Brücke zu Sarrazin war kurz und im Vergleich zu anderen Deals sogar günstig. Aber um im Ruhestand monatlich rund tausend Euro zu bekommen, muss der deutsche Eckrentner mindestens 45 Jahre lang fleißig seine Beiträge zahlen. Dass jemand, der im vergangenen Jahr nur unter dem Vorbehalt eines halbwegs skandalfreien Verhaltens in die Führung der Bundesbank einziehen durfte, weil man ihn in Berlin nicht mehr haben wollte, für seine weiteren Ausfälle jetzt aus Steuermitteln beschenkt wird, ist schwer zu ertragen. Und vielleicht wäre es für den 65-Jährigen anders verlaufen, wenn der neue Bundespräsident mit Nachnamen Gauck heißen würde. So aber konnte Sarrazin am Ende auch noch Wulffs schwachen Start ins höchste Staatsamt für seinen finanziellen Vorteil nutzen. Nomen est omen? Der Vorname Thilo kommt aus dem Altfränkischen und bedeutet "Der Reiche (oder auch Mächtige) im Volke". Seine Eltern, ein Arzt und eine westpreußische Gutsbesitzertochter, werden sich bei der Taufe ihren Teil gedacht haben. Aus ihrem Sohn wurde jedenfalls nicht nur ein eitler Politiker in Nadelstreifen, der für Fotos gerne mit hochgerecktem Kinn und verschränkten Armen posiert, sondern auch ein Populist, der Geld dafür bekommt, wenn er Ausländer und Arbeitslose beschimpft.

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