PHOENIX

phoenix-Erstausstrahlung - Preview verfügbar: 14 Arten, den Regen zu beschreiben - Samstag, 17. Januar 2015, 22.30 Uhr

Bonn (ots) - Seit fünf Jahren rotiert das Leben von Manuela im Kreis - im Zentrum steht ihr ältester Sohn Peter. Im Film bleibt er so unsichtbar wie für seine Familie und Freunde, nicht greifbar und doch alles überschattend. Vor fünf Jahren hat er sich in die Isolation des heimischen Zimmers zurückgezogen. In einer sensiblen und genauen Beobachtung porträtiert der Debütfilm von Regisseur und Autor Marcel Ahrenholz über den Zeitraum eines Jahres das Leben von Manuela, die gegen den Verlust ihres ersten Sohnes Peter ankämpft. Ein filmisches Tagebuch des Wartens und der Angst.

phoenix zeigt den Film als deutsche TV-Premiere. Der Debüt-Langfilm von Marcel Ahrenholz wurde gefördert mit Mitteln der Film- und Medienstiftung NRW und der Mitteldeutschen Medienförderung, mit Unterstützung von Werkleitz Zentrum für Medienkunst, in Zusammenarbeit mit phoenix.

Dokumentarfilm von Marcel Ahrenholz, phoenix/ZDF 2015, 90 Min.

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14 ARTEN, DEN REGEN ZU BESCHREIBEN KURZFASSUNG DES INTERVIEWS MIT DEM REGISSEUR MARCEL AHRENOLZ

Wie kamen Sie auf das Thema 'sozialer Rückzug bei Jugendlichen' für ihr Filmprojekt?

Auf das Thema bin ich in einem Zeitungsartikel gestoßen, in dem von den japanischen Hikikomori berichtet wurde: Jugendliche, die sich in ihre Zimmer zurückziehen und es für mehrere Jahre nicht mehr verlassen. Diese Geschichten nahmen mich sofort gefangen. Ich begann, Kontakt mit Kliniken in ganz Deutschland aufzunehmen und fand heraus, dass es auch hier Jugendliche gibt, die sich in ihre Zimmer zurückziehen und diese nicht mehr verlassen.

Welche Grundüberlegungen charakterisieren Ihren Film?

Aufgrund meiner Gespräche mit betroffenen Familien, Ärzten und Psychologen und auch mit ehemals betroffenen Jugendlichen wurde mir schnell klar, dass ich die Jugendlichen nicht zeigen wollte. Ein Film über Menschen, die sich aus der Welt zurückziehen, die für ihre Mitmenschen und sogar ihre Familien nicht mehr sichtbar sind, darf diese Menschen nicht im Bild zeigen, sondern muss den Eindruck des Verschwindens, des Geisterhaften mit dem Zuschauer teilen. Das war das eine. Der andere Punkt war, dass ich weder die Krankheit erklären noch Ursachenforschung betreiben wollte. Mir ging es darum, dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben, am Alltag einer Familie teilzuhaben, die mit einem solchen Problem zu kämpfen hat. Ich wollte zeigen, was es bedeutet, wenn man ein Kind Stück für Stück verliert, obwohl oder gerade weil es hinter der nächsten Tür sitzt. Ich wollte den Kampf um Normalität, die Hoffnungen und Rückschläge dokumentieren.

Wie liefen die Dreharbeiten konkret ab?

Der Drehzeitraum umfasste ein Jahr. Mit meinem Kameramann Andreas Köhler hatte ich in Abständen von ungefähr vier bis sechs Wochen jeweils vier bis fünf Drehtage bei der Familie. Zwischen den Drehs habe ich regelmäßig mit Manuela gesprochen und mich mit ihr getroffen, sodass ich wusste, wenn besondere Termine anstanden oder sich Entwicklungen abzeichneten, die ich in den Film aufnehmen wollte. Das Drehteam bestand auch nur aus Andreas Köhler an der Kamera und mir am Ton.

Haben Sie noch Kontakt zu Manuela und Peter und wie ist ihre Situation heute?

Der Kontakt existiert noch, was mich auch sehr freut. Natürlich ist er nicht mehr so eng wie zum Zeitpunkt des Drehs, aber wir schreiben uns regelmäßig und hin und wieder sehen wir uns auch. Was Peter betrifft, so hat sich an der grundlegenden Situation nicht viel geändert. Wie auch im Film zu sehen ist, gibt es immer Bewegung, mal geht es bergauf, dann gibt es wieder einen Rückschlag. Aber letztlich sind die vier Wände seines Zimmers noch immer eine Grenze, die schwer zu überwinden ist.

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