PHOENIX

PHOENIX Programmhinweis
Sonntag, 4. Februar 2001

Bonn (ots) - Mitten in Europa 19.15 Uhr Nenn mich doch Torero Beim Tanz in Barcelona Mitten im Vergnügungsviertel "Barrio Chino" liegt eines der ältesten Tanzcafés von Barcelona: Das "La Paloma" - in einer Fabrikhalle aus dem vorigen Jahrhundert. Dort wurde das Wahrzeichen Barcelonas, die Kolumbusstatue gegossen. Danach traf sich die Halb- und Unterwelt der Stadt in der Halle zum Tanz. Als die Familie Daura den Betrieb 1903 kaufte, beschäftigte sie besonders starke und mutige Kellner, um das "schlechte" Publikum zu vertreiben und durch "bessere" Gesellschaft zu ersetzen. Auch die neue Dekoration sollte Moral und Tugend stärken: Gold und Plüsch, Deckenfresken und Kronleuchter nach dem Vorbild von Versailles. Seit dieser Zeit gehen die kleinen Leute ins "La Paloma" tanzen: der Rentner und die Putzfrau, der Eisenbahner und die Köchin. Viele kommen allein, manche zu zweit, doch selten kommt jemand mit seinem Ehepartner. Die auffallendsten Erscheinungen haben Decknamen: "Der Torero", "Der Tiger", "Die Amazone", "Die Künstlerin". Die Beleuchtung ist schummrig, die Kellner und Toilettenfrauen diskret, und auf die Musik kann man auch tanzen. Das "La Paloma" ist ein Ort, der einsamen Herzen die Familie ersetzt. Ein Ort, in dem kleine Leute von großen Gefühlen träumen. Die Geschäftswelt des Viertels hilft dabei: Sie bietet alles an, was größer und schöner macht - vom Haarteil bis zum Pfennigabsatz. Dokumentation von Susanne Sterzenbach PHOENIX- Erstausstrahlung Geheimnisse der Welt 20.15 Uhr Die Kelten 6-teilige Reihe. 5. Teil: Wahrheit und Legende Das Jahr 1066 ist wohl das berühmteste Datum der britischen Geschichte. Es bezeichnet den Einfall und den Sieg der Normannen über Britannien und natürlich über die Kelten. Die prächtigen Schlösser der Normannen zieren noch heute die englische Landschaft, doch sie erinnern auch an die eiskalte Herrschaft ihrer ehemaligen Bewohner und an viele blutige Schlachten. Die Anglo-Franzosen etablierten die Feudalstruktur des Kontinents auf der britischen Insel. Das bedeutete, die Kelten verloren ihren Besitz, ihre Gesetze und sogar ihre Heldengestalten. Viele der mitteleuropäischen Literaturwerke des Mittelalters sind nichts weiter als poetisch ausgeschmückte alte keltische Legenden. Dabei hat keine Geschichte die Schreiber so fasziniert wie die des sagenumwobenen König Arthur. Im 11. Jahrhundert begann die stetige Ausweitung englischer und französischer Macht auf die urtümlich keltisch gebliebenen Gebiete Wales, Irland und Schottland. Sie alle verloren ihre Unabhängigkeit. Es dauerte bis ins Jahr 1801, dann war auch das letzte keltische Volk - Irland - vom Vereinigten Königreich aufgesogen worden. Dokumentation von Glyn Shakeshaft (2000) fotos über www.ard-foto.de Schauplatz Deutschland 21.45 Uhr Tonnenschwer durchs Nadelöhr Mit einem Spezialtransport durch halb Deutschland Einen Metallkoloss - 350 Tonnen Gewicht, 20 Meter lang, auf 35 Achsen und 280 Reifen - von der Produktionsstätte in Bayern sicher zu seinem Bestimmungsort in Nordrhein-Westfalen zu geleiten ist eine logistische Meisterleistung und Schwerstarbeit obendrein. Der Reaktor für Petrochemie wurde auf einer Werft in Deggendorf gebaut. Er musste quer durch die halbe Republik nach Wesseling, zuerst auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal und dann über die Landstraße. Eine Kölner Firma hat sich auf solche Schwertransporte spezialisiert. Der Projektleiter, die 27 Fahrer, Techniker und Mechaniker sind allesamt "Präzisionsfanatiker", die jede Eventualität durchspielen, um möglichst umweltschonend und garantiert unfallfrei ans Ziel zu gelangen. Die extreme Reise erfolgte in zwei Etappen. Im Herbst galt es, die ideale Route auszukundschaften, die Anwohner zu informieren, Verkehrshindernisse zu registrieren, die beseitigt werden mussten, und unvermeidbare bauliche Veränderungen durchzuführen. Das Drehteam verfolgt, wie die Fracht auf den Wasserweg gebracht wird, bleibt an Bord, ist beim Entladen dabei und begleitet schließlich die Mannschaft und die Maschine auf der Reststrecke - wo es nur im Schneckentempo vorwärts geht, tagsüber und in der Nacht. Dokumentation von Martin Zorn Spuren der Geschichte 23.15 Uhr Sphinx - Geheimnisse der Geschichte Das Geheimnis des weißen Goldes Ende des 17. Jahrhunderts ist der gesamte europäische Hochadel einer Sucht verfallen: Der schier unbezahlbaren Schönheit des weißen Porzellans. Nur in China und Japan kennt man die Rezeptur. In Europa hingegen wird die importierte Ware mit Gold aufgewogen. Auch August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, gibt Unsummen für die zarten Schätze aus. In der Hoffnung auf eine unerschöpfliche Geldquelle wendet er sich einer magischen Wissenschaft zu, der Alchemie. In dunklen Laboratorien und unter der Verpflichtung zur Geheimhaltung versuchten Generationen von Alchemisten den "Stein der Weisen" zu finden - die geheimnisvolle Substanz, die die Naturgesetze überwindet. Ist es einem von ihnen wirklich gelungen, das edle Metall künstlich herzustellen? August der Starke verfällt dem Traum vom schnellen Gold, als er vom Alchemisten Johann Friedrich Böttger hört. Ihm soll es gelungen sein, das edle Metall künstlich herzustellen. Er läßt ihn festnehmen und in einen Kerker sperren. In Dresden soll Johann Friedrich Böttger nun seinen Versuch wiederholen. Jahrelang forscht der Alchemist vergeblich. Schließlich jedoch entschlüsselt er die Zusammensetzung des Stoffes, der mindestens genauso kostbar war: Porzellan. Es war die Geburtsstunde der Meissener Porzellanmanufaktur. Noch heute zeugt der Goldklumpen von Böttgers verzweifeltem Versuch, August den Starken von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. In Sphinx wird dieser Goldklumpen zum ersten Mal mit neuesten wissenschaftlichen Methoden untersucht, um das Rätsel seiner Herstellung zu entschlüsseln. Die Dokumentation gibt Einblicke in die faszinierende Geschichte der Alchemie und sucht nach den Spuren einer mystischen Wissenschaft, mit deren Hilfe das Geheimnis des Porzellans gefunden wurde... Dokumentation von Christian Twente und Nina Koshofer (2000) ots Originaltext: PHOENIX Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: PHOENIX-Kommunikation Tel.: 0228/9584-193 Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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