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PHOENIX Sommerprogramm
Montag, 14. August 2000

Köln (ots) - Special aus aktuellem Anlass 5-teilige Reihe 20.15 Uhr Bis zum letzten Tropfen - Der Kampf ums Wasser 1. Kenia: Die feindliche Oase Mitte Juni, wenn es trocken wird, müssen sich die Samburu in den Kenianischen Bergen gegen die Wasserräuber wehren. Banden vom Volk der Rendille oder Turkana kommen dann aus der Chalbi-Wüste, um die Brunnenstollen zu erobern, die sich die Samburu mühevoll in die ausgetrockneten Flussbetten gegraben haben. Die Samburu sind Verlierer im ewigen Kampf um das lebensnotwendige Nass, der in Nordkenia bis aufs Messer ausgetragen wird. Ein halbes Dutzend Nomadenvölker machen sich hier gegenseitig den Zugang zu den wenigen Brunnen streitig. Auch um das Wasser des Turkana-Sees fließt Blut. Hier sitzen die streitbaren Turkana-Nomaden, sie teilen freiwillig weder Wasser noch Weiden. Wo durch Entwicklungshilfe eine dauerhafte Wasserversorgung möglich wurde, siedeln sich die Wanderhirten an. Wenn die Nomaden sesshaft werden und ihre Herden vergrößern, reicht das dünne Gras bald wieder nicht aus. Überweidung zerstört die Nahrung. Mit der nächsten Dürre kommt dann neben dem Durst auch der Hunger für Tiere und Menschen. Dokumentation von Peter Kunz Foto kann abgerufen werden unter: www.ard-foto.de oder unter den Telefonnummern der Bildredaktion: 0221 - 220 : 4405 und 2408 20.15 Uhr Bis zum letzten Tropfen - Der Kampf ums Wasser 2. Mexico City: Geschluckt vom eigenen Durst Um den Wasserbedarf der schnellwachsenden Metropole zu stillen, wurden Anfang des 20sten Jahrhunderts die Grundwasserbecken angebohrt. Der Boden gab nach, ganze Stadtteile begannen zu sinken. Ein Ende ist nicht abzusehen, denn die Stadt wächst weiter und damit auch der Wasserverbrauch des 20 Millionen-Molochs. Fieberhaft wird nach neuen Quellen gesucht, um den größten städtischen Lebensraum der Welt vor der nahenden Katastrophe zu retten. In zehn Jahren gibt es kein Wasser mehr. Die Stadtregierung hatte zunächst die wachsende Gewaltkriminalität zum Problem Nummer eins erklärt. Inzwischen hat die Wasserversorgung erste Priorität. Die Urenkel der Azteken verbrauchen doppelt soviel Wasser wie Franzosen und Deutsche, fast 400 Liter pro Tag und Kopf. Einige Stadtteile erhalten das Wasser bereits durch Tankwagen, da das marode Leitungssystem den Dienst versagt. In der Stadt hat der Kampf ums tägliche Nass bereits begonnen; noch schlimmer auf dem Lade, wo inzwischen ein Drittel des Wassers für Mexico-City mit einer 160 km langen Pipeline hergeholt wird. Viele Bauern der umliegenden Provinzen haben aufgebend, das dürre Land zu bestellen und sind als Landflüchtige in die Armenviertel der Stadt gezogen. Dort wird der Wasserbedarf erhöht und die sozialen Spannungen wachsen. Film von Stephan Hallmann Foto kann abgerufen werden unter: www.ard-foto.de oder unter den Telefonnummern der Bildredaktion: 0221-220-4405 und -2408 20.15 Uhr Bis zum letzten Tropfen - Der Kampf ums Wasser 3. Türkei: Der gestohlene Euphrat Im Südosten der Türkei wird der Euphrat, einer der berühmtesten Flüsse der Welt, durch einen gewaltigen Damm gestaut. Der Damm ist nur ein Teil des Milliardenprojektes "GAP" in Südanatolien, das das Time Magazine in die Kategorie eines modernen Weltwunders erhoben hat. Insgesamt sollen 20 Staudämme die Dürregegend zwischen Euphrat und Tigris, das legendäre Mesopotamien, in eine blühende Oase verwandeln. Dach was die Türkei als Jahrhundertwerk darstellt, ist für die Nachbarländer Syrien und Irak ein möglicher Kriegsgrund. Mit den Dämmen kann Ankara seinen Nachbarn das Wasser absperren, so dass der Euphrat in Syrien nur noch als Rinnsal ankommt. Dann würden nicht nur die Lichter in Damaskus ausgehen, die vom Strom syrischer Wasserkraftwerke erleuchtet werden. Auch Hunderte von Quadratkilometern neu gewonnener Ackerfläche in den syrischen Flussniederungen drohen auszutrocknen. Der Wasserstand des Euphrat bestimmt die türkisch-syrischen Beziehungen. Einen Vertrag über eine gerechte Aufteilung des Euphrat-Wasser hat Ankara bislang verweigert. Syrien hat bereits damit gedroht, den Staudamm zu sprengen, sollte die Türkei den Wasserfluss weiter drosseln. Dokumentation von Hubert Seipel Foto kann abgerufen werden unter: www.ard-foto.de oder unter den Telefonnummern der Bildredaktion: 0221 - 220 : 4405 und 2408 20.15 Uhr Bis zum letzten Tropfen - Der Kampf ums Wasser 4. Israel: Blut für Wasser Brütende Hitze über dem Westjordanland, die Sonne versengt alles Grün. Nur eine Stunde lang, morgens zwischen sechs und sieben, geben die Israelis im besetzten Gebiet die Leitungen frei. Nebenan in den Gärten der jüdischen Siedlungen sprudelt das Nass ununterbrochen. Die israelischen Siedler verbrauchen pro Kopf 330 Liter am Tag, den Palästinensern bleibt nicht einmal ein Zehntel, wollen sie mehr, müssen sie es teuer kaufen. Auf den dauerberieselten Feldern der Kibuzzim werden mit Wasserverschwendung Grapefruits gezüchtet, die weit billiger importiert werden könnten. Im ausgemergelten Westjordanland stehen sich israelische Siedler und palästinensische Bauern unversöhnlich gegenüber. Wasser ist im Nahostkonflikt ein politisches Faustpfand. Im Sechstagekrieg eroberten 1967 die Israelis das West-jordanland mit den unterirdischen Wasservorräten und Flüssen. In der von Trockenheit und Wüstenbildung bedrohten Region leben 13 Millionen Menschen, das Frischwasser reicht aber nur für fünf Millionen. Während sich Israel im Friedensvertrag mit Jordanien 1994 zu einem Kompromiss durchrang, streitet es mit den Palästinensern um jeden Tropfen. Israelische Wissenschaftler warnen vor den Folgen der ungerechten Verteilungspolitik. Wasser müsse für alle zugänglich und der Verbrauch soll sparsam sein. Von den zwei Milliarden Kubikmetern, die Israel jährlich verbraucht, stammt nur ein Drittel aus dem eigenen Territorium. Dokumentation von Rolf Pflücke Foto kann abgerufen werden unter: www.ard-foto.de oder unter den Telefonnummern der Bildredaktion: 0221 - 220 : 4405 und 2408 20.15 Uhr Bis zum letzten Tropfen - Der Kampf ums Wasser 5. Thailand : Der Herr der Dämme Für Thailands Tourismusindustrie sollte es das großer Geschäft werden. Innerhalb weniger Jahre sind über 200 Golfplätze angelegt worden. 6.500 Kubikmeter Wasser verbraucht der Rasen eines Golfplatzes täglich. Damit kommen 15.000 Stadt- oder 60.000 Landbewohner in Thailand aus. Die Golfplatzanrainer sind besonders betroffen, aber der gesamten Landwirtschaft droht das Wasser auszugehen. Bei der Verteilung des knappen Wassers gibt die Regierung der Industrie und den Tourismusregionen den Vorzug, obwohl zwei Drittel der Thais von der Landwirtschaft leben. Bei der Energie setzt Thailand auf Wasserkraft. Stauseen finden des Königs Gefallen, der Wasserbauingenieur ist. Gestaut wird selbst, wenn die Stromausbeute gering ist. Den Bauern und Fischern geht damit die Lebensgrundlage verloren. Film von Christian Sterley Foto kann abgerufen werden unter: www.ard-foto.de oder unter den Telefonnummern der Bildredaktion: 0221 - 220 : 4405 und 2408 ots Originaltext: Phoenix Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: PHOENIX Kommunikation, Telefon 0221-220-8477, Fax 0221-220-8089 Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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