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MONITOR: Splitterbomben im Kosovo-Krieg: Schwere Vorwürfe der UN gegen die NATO

    Köln (ots) - Schwere Vorwürfe gegen die NATO hat der Leiter der
UN-Minensuchbehörde im Kosovo, Oberst John Flanagan erhoben. Die NATO
beteilige sich weder personell noch finanziell an der Beseitigung
nicht-explodierter NATO-Splitterbomben aus dem Kosovo-Krieg. Dies
berichtet das ARD-Magazin MONITOR in seiner morgigen Sendung um 21.00
Uhr im Ersten.
    
    Seit Kriegsende fordern die von der UN als besonders grausam
geächteten Splitterbomben wöchentlich neue Todesopfer, vor allem
unter zurückkehrenden Kosovo-Albanern. Rund 30.000 dieser
Splitterbomben seien nach dem Abwurf nicht explodiert, so Flanagan
gegenüber MONITOR. Damit ist die Zahl der gefährlichen Blindgänger
mehr als doppelt so hoch wie bislang von der NATO zugegeben. Nach
UN-Schätzungen wird die Beseitigung dieser Bomben mehrere hundert
Millionen Dollar kosten. "Die NATO möchte keinen Präzedenzfall
schaffen und für die Beseitigung ihrer gefährlichen Bomben zahlen",
so Oberst Flanagan gegenüber MONITOR.
    
    Zudem erhalte die UN-Minensuchbehörde in Pristina von der NATO nur
unzureichende Informationen über die Fundorte der Blindgänger: "In 40
Prozent aller Fälle fanden wir die Bomben über einen Kilometer weit
von den Stellen entfernt, die in den Karten der NATO verzeichnet
waren."Aufgrund der fehlenden personellen und finanziellen
Unterstützung durch die NATO werden weite Teile des Kosovo noch auf
Jahre unpassierbar bleiben, befürchtet der Leiter der
UN-Minensuchbehörde.
    
ots Originaltext: WDR
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