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Greenpeace-Aktion zum G8-Gipfel: Zerstörung der letzten Urwälder aufhalten

    Nordenham/Bremerhaven (ots) - Etwa 100 Greenpeace-Aktivisten
protestieren seit heute Morgen im Hafen von Nordenham bei Bremerhaven
gegen den Import von Holz aus Urwaldzerstörung. Eine Woche vor dem
Treffen der G8-Staaten in Kanada appelliert Greenpeace damit an die
G8-Staatschefs, die Urwälder endlich als wertvolle Zentren der
Artenvielfalt zu schützen. Die Aktivisten bemalten die im Hafen
lagernden Urwald-Holzstämme und Sägehölzer mit dem Spruch "G8: Rettet
die Urwälder" und entrollten von den Entladekränen an der Pier ein
Transparent "G8: Save ancient forests now!". Der Hafen in Nordenham
ist der größte deutsche Umschlagsplatz für Rundholz aus afrikanischen
Urwäldern.
    
    Die G8-Staaten wollen ihr ‚Aktionsprogramm für Wälder', das sie
1998 ins Leben gerufen haben, auf ihrem Treffen vom 26.-28. Juni in
Kananaskis/Kanada beenden, obwohl die Abholzung der Urwälder
dramatisch fortschreitet. Das Aktionsprogramm hatte zum Ziel, den
Import von Holz aus nicht nachhaltiger, illegaler Abholzung
einzudämmen. "Gerade die G8-Staaten sind verantwortlich für die
Zerstörung der Urwälder, da sie die größten Mengen an Urwaldholz
verarbeiten", sagt Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer.
"Bundeskanzler Schröder und die anderen G8-Staatschefs müssen bis
2010 den Trend des Urwald- und Artenverlustes umkehren. Der Import
von Holz aus Urwaldzerstörung muss endlich gestoppt werden."
    
    Fast jede Woche kommen in Nordenham Schiffe mit Urwaldholz aus
Kamerun, Liberia oder Kongo an. Das Holz wird meist auf
zerstörerische Weise eingeschlagen und vernichtet die Artenvielfalt
der Urwälder unwiderbringlich. Zu den wichtigsten deutschen
Importeuren, die tropische Urwaldhölzer über den Hafen von Nordenham
importieren, gehören Danzer/Interholco (Reutlingen), Wijma
(Drensteinfurt bei Münster) und die Feldmeyer-Gruppe (Bremen). Das
importierte Rundholz wird in Deutschland gesägt und beispielsweise an
Türen-, Fenster- oder Parketthersteller weiter verkauft.
    
    Im vergangenen April haben 184 Vertragsstaaten auf dem
UN-Urwaldgipfel (CBD) in Den Haag ein "Arbeitsprogramm zum Schutz der
Wälder" verabschiedet, ohne dessen Finanzierung zu klären. "Die
Regierungen, allen voran die G8-Staaten, müssen beim Weltgipfel
(Rio+10) im August in Johannesburg Geld auf den Tisch legen, um das
UN-Waldarbeitsprogramm zu finanzieren", sagt Pfotenhauer. Für den
Schutz der Urwälder nach Greenpeace-Schätzungen weltweit ca. 17
Milliarden Euro jährlich erforderlich.
    
    Bereits 80 Prozent aller Urwälder sind zerstört. Zu den letzten
sieben Urwaldregionen gehören die tropischen Regenwälder in West- und
Zentralafrika, im Amazonas und in Südostasien, die Bergwälder in
Chile sowie die nordischen Urwälder in Kanada, Nordeuropa und
Sibirien.
    
    
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des G8-Waldaktionsprogramms: www.g8.gc.ca

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