Greenpeace e.V.

Finnische Urwälder zerstört für Papierproduktion
Greenpeace-Aktion in Finnland und bei Papierindustrie in Düsseldorf

    Düsseldorf / Helsinki (ots) - Adrett in schwarze Anzüge gekleidete
Greenpeace-Aktivisten protestieren heute bei der
Jahres-Pressekonferenz des Verbandes Deutscher Papierfabriken (VDP)
in Düsseldorf gegen die Zerstörung der letzten Urwälder Europas.
"Kein Urwald für Papier" fordern die Umweltschützer auf
Transparenten. Gleichzeitig protestiert Greenpeace im Nordosten
Finnlands gegen die Vernichtung der letzten Urwälder Skandinaviens.
Die Aktivisten in Finnland, darunter auch ein Deutscher aus Trier,
blockieren eine Straße, die extra als Schneise für Holzfäller
angelegt ist, um weiter in den Urwald vorzudringen. Einen Großteil
des dort geschlagenen Holzes verarbeitet der finnische Konzern
Stora-Enso zu Zellstoff und Papier, was auch für den deutschen Markt
bestimmt ist.
    
    "Die Papierindustrie hat in Finnland nur noch wenige Urwälder
verschont. Viele Pflanzen und Tiere wie das Gleithörnchen oder der
Braunbär sind mittlerweile vom Aussterben bedroht", sagt Oliver
Salge, Waldexperte bei Greenpeace. "Mit Duldung der finnischen und
deutschen Regierung werden die Urwälder gedankenlos zu Zellstoff und
Papier verkocht und dann zu deutschen Wochenmagazinen verarbeitet.
Die deutschen Papierfabriken sind durch ihren Einkauf bei Stora-Enso
mitverantwortlich für die Zerstörung dieser ökologisch wichtigen
Urwälder Finnlands."
    
    Deutschland importierte im Jahr 2000 3,7 Millionen Tonnen Holz und
Papierwaren im Wert von mehr als 2,5 Milliarden Euro und ist damit
größter Holzkunde Finnlands. Greenpeace-Recherchen im Januar und
Februar dieses Jahres haben ergeben, dass der finnische staatseigene
"Wald und Park Service" (Metsahallitus) in diesem Winter einige der
letzten noch existierenden wertvollen Urwälder Finnlands zerstört
hat, wie zum Beispiel in der Region Kainuu.
    
    Seit 2000 wurden 95 Prozent aller finnischen Wälder nach den
Kriterien des Pan-Europäischen Forstsiegels (PEFC) zertifiziert. "Die
jüngsten Kahlschläge in den Urwäldern Finnlands zeigen, dass das
Industrie-Siegel PEFC den Urwäldern und ihren Tieren keinerlei Schutz
bietet", sagt Oliver Salge. "Wenn finnische Forstindustrielle das
Gegenteil behaupten, lügen sie. Nur das Öko-Siegel FSC des
Weltforstrates garantiert, dass Urwälder genutzt aber nicht zerstört
werden." Im Gegensatz zu PEFC-zertifizierten Wäldern werden alle
FSC-zertifizierten Betriebe regelmäßig und individuell auf die
Einhaltung der Öko-Kriterien überprüft.
    
    Sowohl die tropischen als auch die nordischen Urwälder sind akut
bedroht. "Bundeskanzler Schröder muss sich auf dem Urwaldgipfel
massiv für den Schutz der Urwälder einsetzen", fordert Oliver Salge.
Vom 7. bis 19. April soll auf der sechsten Vertragsstaatenkonferenz
der sogenannten Konvention über die Biologische Vielfalt (COP-6 CBD)
in Den Haag ein Zehnjahres-Programm zum Schutz der Wälder
verabschiedet werden.
    
    
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