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Greenpeace: "X-Aktion" am Castor-Kran in Dannenberg

    Dannenberg (ots) - Greenpeace-Aktivisten sind in den frühen
Morgenstunden auf das Gebäude des Castor-Verladekrans im
niedersächsischen Dannenberg gelangt und haben damit begonnen, mit
gelber Farbe ein großes "X" auf die Außenwand zu malen. Neben dem
gemalten Symbol für den Protest gegen Atomtransporte entrollten die
rund sechzig Aktivisten mehrere große Transparente mit der
Aufschrift: "Stop Castor". Greenpeace richtet sich mit der Aktion
gegen die bevorstehenden Atomtransporte zwischen Frankreich und
Deutschland und ruft zu bundesweiten, gewaltfreien Protesten auf.
    
    Ende März sollen sechs Castorbehälter mit rund 85 Tonnen
radioaktiven Abfällen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage
(WAA) La Hague in das Zwischenlager Gorleben transportiert werden. Da
das Zwischenlager keinen eigenen Gleisanschluss hat, müssen die rund
110 Tonnen schweren Castorbehälter in Dannenberg mit dem Verladekran
vom Zug auf Schwerlastwagen umgeladen werden.
    
    "Der Dannenberger Verladekran hat eine hohe Symbolwirkung," sagt
Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace. "Der Gorleben-Transport
ist der Schlüsselmoment, mit dem sich eine ganze Flut neuer
Atomtransporte in Gang setzt. Ihm werden schon bald zahlreiche
Atomtransporte mit hunderten Tonnen hochradioaktivem Müll in die
Wiederaufarbeitungsanlage nach Frankreich folgen."
    
    Rund drei Jahre nach dem Transportstopp wegen verstrahlter
Atom-Behälter liegen den Atomkraftwerksbetreibern heute wieder
zahlreiche Genehmigungen für erneute Transporte in die Atomanlagen La
Hague und Sellafield (Großbritannien) vor. Die französische Regierung
hatte den Rücktransport nach Gorleben zur Bedingung dafür gemacht,
überhaupt wieder neuen deutschen Atommüll für La Hague anzunehmen.
    
    Dass von den Sicherheitsbeteuerungen der Atomanlagen-Betreiber und
Politiker nicht viel zu halten ist, wurde erst gestern wieder
bestätigt: In Valognes, dem Verladebahnhof der WAA La Hague,
entgleiste ein Atomtransport. Der mit 60 Tonnen schwachradioaktivem
Uranylnitrat beladene Waggon sprang bei der Ausfahrt aus der
Atomanlage von den Schienen und kam neben dem Gleisbett zu stehen.
    
    Bürger: "Wenn ein Güterwaggon bei Tempo 20 entgleist, ist das
verwunderlich, aber kein Drama. Bei Atomtransporten kann dies schnell
zu einer Katastrophe führen, vor allem wenn einer der
Castor-Transporte mit hochradioaktiver Fracht bei höherem Tempo
entgleist."
    
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