Greenpeace e.V.

Klimaschutz auf dem Holzweg
Greenpeace und WWF warnen Klimakonferenz vor Aufforstungen als Klimaschutzinstrument

    Frankfurt (ots) - Die Anpflanzung von großen Plantagen ist nicht
nur ein höchst fragwürdiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern sie
beschleunigt sogar die Abholzung von Urwäldern.  Zu diesem Ergebnis
kommt eine neue Studie von Greenpeace und der Umweltstiftung  WWF.
Beim UN-Klimagipfel, der am kommenden Montag in Den Haag beginnt,
wollen vor allem die USA, Kanada, Japan und Australien durchsetzen,
dass die Anlage von Waldflächen, die das Treibhausgas Kohlendioxid
(CO2 )aufnehmen, als aktive Klimaschutzmaßnahme angerechnet wird.
Ziel einiger Länder ist es, durch solche sogenannte CO2-Senken ihre
Anstrengungen für den Klimaschutz gering zu halten. "Das wäre eine
Bankrotterklärung für den Klimaschutz und eine Bedrohung für die
Artenvielfalt", so die Studie von Greenpeace und WWF ("The Clearcut
Case: How the Kyoto Protocol Could Become a Driver for
Deforestation").
    
    "Zahlreiche Tiere und Pflanzen der Urwälder stehen kurz vor dem
Aussterben. Es besteht die Gefahr, dass ausgerechnet das
Kioto-Protokoll sie endgültig von der Erde verschwinden läßt, wenn
sich die Bremser in Den Haag durchsetzen ", so Tim Cadman, Autor der
Studie.
    
    Dies belegt die Untersuchung unter anderem anhand eines Projektes
des japanischen Energieunternehmens Tokyo Electric Power Company
(TEPCO): Auf der australischen Insel Tasmanien wurden
jahrhundertealte Urwälder abgeholzt und an deren Stelle
Eukalyptus-Plantagen angelegt. TEPCO will, dass die 3.000 Hektar
Neubepflanzungen als CO2 -Speicher gelten. Dadurch müsste Japan rund
130.000 Tonnen Kohlenstoff weniger reduzieren, um sein im
Kioto-Protokoll festgelegtes Ziel zur Verringerung von Treibhausgasen
zu erreichen. Es ist jedoch unklar, wie man die tatsächliche Menge in
den Wäldern gebundenen Kohlendioxids überhaupt messen kann. Ungeklärt
ist außerdem, wie lange das Kohlendioxid angesichts von Abholzung und
Waldbränden gespeichert wird. Dennoch sehen australische
Forstprogramme weitere Kahlschläge zu Gunsten von Plantagen vor.
    
    "Wer Waldprojekte für den Klimaschutz verbuchen will, hat nichts
anders im Sinn, als fest vereinbarte Klimaschutzzusagen
auszuhöhlen",  erklärt Jan Rispens, Klimaexperte bei Greenpeace.
"Derartige Aufforstungen helfen dem Klima rein gar nichts. In Den
Haag muss dieses Schlupfloch dringend gestopft werden."
    
    "Der einzige vernünftige Klimaschutz ist die Vermeidung von
Treibhausgasen, also die Abkehr von fossilen Energien zugunsten von
erneuerbaren Energien und Erhöhung der Energieeffizienz. Die
Anrechnung von Senken ist ein klimapolitischer Holzweg. Diese
Möglichkeit müssen die Regierungen in Den Haag ein für allemal
ausschließen," fordert Regine Günther, Klimaexpertin beim WWF.
    
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Weitere Informationen:
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Jan Rispens,
Tel: 040-30618-326,  
Stefan Schurig,
Tel: 040-30618 342.
Karsten Smid (ab Montag in Den Haag),
Tel: 0171-8780-821.
Im Internet: www.greenpeace.de

WWF: Regine Günther,
Tel: 069 / 791 44 177
oder Katrin Altmeyer
(ab Montag in Den Haag, Tel: 0171-5440144),
Tel: 069 /791 44 214.
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