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NEWSMAKER: Deutsche Schönheits-Chirurgie missachtet Gesetze
Gesetzliche Lücken vorhanden
Aufklärungspflichten werden kaum wahrgenommen

Hamburg (ots) - Reporter des SAT.1-Magazins NEWSMAKER untersuchten für die Sendung vom Montag, 21. Februar 2000, 22.15 Uhr, was Frauen auch heute noch bei sogenannten Schönheits- und ausgewiesenen Plastischen Chirurgen passieren kann. Demnach gibt es noch immer Schönheits-Chirurgen, die nur unzureichend vor einem Eingriff über mögliche Risiken oder die tatsächliche Haltbarkeit von Silikonkissen aufklären. Gesetzesverstöße im Bereich der Schönheits-Chirurgie führen sogar soweit, dass ein Arzt die Gesundheit seiner Patientinnen gegen jegliche gesetzliche Vorschrift wissentlich aufs Spiel setzen würde: In einem konkreten Fall dokumentiert eine NEWSMAKER-Reporterin mit versteckter Kamera den Versuch, eine Brustvergrößerung mit gebrauchten, kostengünstigeren Implantaten (7000 Mark anstatt 8500 Mark bei neuen Implantaten) vornehmen zu lassen - der Arzt ließ sich tatsächlich auf diese Absprache ein. Jedoch sind gebrauchte Implantate nicht einwandfrei sterilisierbar und bringen dadurch laut Dr. Hans Rudolph, Plastischer Chirurg, immense Risiken mit sich: "Das könnte im Endeffekt bedeuten, dass eine lebensgefährliche Infektion mit Viren, also Leberentzündung bis hin zu HIV, übertragen werden kann." Darüber hinaus verstoßen deutschen Schönheits-Chirurgen ohne konsequentes Einschreiten des Gesetzgebers laut NEWSMAKER permanent gegen gesetzliche Meldepflichten. Seit 1995 besteht die Pflicht, aufgetretene Komplikationen mit Brust-Implantaten beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte anzuzeigen; jedoch hat bis heute nur ein (!) Arzt in Deutschland solche Fälle offiziell angemeldet. Der Gesetzgeber verlangt - anders als z. B. in Dänemark - nach wie vor kein Implantat-Register mit Hersteller- und Modellbezeichnungen, aufgrund dessen Patientinnen vor fehlerhaften Implantaten gewarnt werden könnten. ots Originaltext: Axel Springer Verlag AG Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Für weitere Informationen steht Ihnen Ulrike Gerigk zur Verfügung. Telefon: (0 40) 3 47-2 67 74, E-Mail: ugerigk@asv.de Diese Presseinformation kann im Internet unter www.asv.de abgerufen werden. Original-Content von: Axel Springer SE, übermittelt durch news aktuell

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